Bank of England belässt Leitzins bei 0,75%

Mark Carney
Grossbritanniens Notenbankgouverneur Mark Carney. (Foto: BoE/Flickr)

London – Die britische Notenbank hat ihre Zinsen nicht angetastet. Der Leitzins bleibe unverändert bei 0,75 Prozent, teilte die Bank of England am Donnerstag in London mit. Die Entscheidung war so von Volkswirten erwartet worden. Alle neun Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss stimmten für die Entscheidung.

Die Notenbank hält weiterhin „beschränkte“ und „graduelle“ Leitzinserhöhungen in den nächsten Jahren für notwendig. Anleger rechnen erst im kommenden Mai mit der nächsten Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte.

Wirtschaftliche Entwicklung besser als erwartet
Die wirtschaftliche Entwicklung sei zuletzt besser als erwartet gewesen, kommentierte die Notenbank. Sie hob daher ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal von bisher 0,4 Prozent auf 0,5 Prozent an. Auch der Konsum habe sich offenbar stärker entwickelt als erwartet.

Wachsende Gefahren
Allerdings sieht die Bank of England auch wachsende Gefahren für die wirtschaftliche Entwicklung. Sie verweist auf die international schwelenden Handelskonflikte und die Lage in den Schwellenländern. Das grösste Risiko für die britische Wirtschaft bleibe jedoch der Brexit, hiess es. Seit der jüngsten Zinssitzung habe die Unsicherheit hier sogar noch zugenommen.

Im August hatte die BoE den Leitzins auf das aktuelle Niveau angehoben. Höher war das Zinsniveau zuletzt im Jahr 2009, als die damalige Finanzkrise auf die Gesamtwirtschaft übergriff und eine schwere Rezession auslöste. Nach dem Brexit-Referendum 2016 hatte die Notenbank den Zins weiter reduziert, diesen Schritt aber im Herbst 2017 wieder rückgängig gemacht. (awp/mc/pg)

Bank of England

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