BCV erzielt im Halbjahr 2% mehr Reingewinn

Pascal Kiener
BCV-CEO Pascal Kiener. (Foto: BCV)

BCV-CEO Pascal Kiener. (Foto: BCV)

Lausanne – Die Banque Cantonale Vaudoise (BCV) hat im ersten Semester 2014 entgegen der Markterwartung etwas mehr verdient. Analysten waren von einem Gewinnrückgang ausgegangen. Für das laufende Jahr rechnet das Management des Waadtländer Staatsinstituts mit einem weiterhin guten Geschäftsgang. Im Nachgang bewerten die Analysten das Ergebnis als wenig überraschend; der Aktienkurs gewinnt im Rahmen des Gesamtmarkts.

In den ersten sechs Monaten stieg der Geschäftsertrag um 1,0% auf 502,5 Mio CHF. Dabei wuchs der Erfolg aus dem wichtigen Pfeiler Zinsgeschäft um 2,0% auf CHF 253,0 Mio. Für die Zukunft sieht der Finanzchef der Waadtländer Kantonalbank, Thomas Paulsen, beim Zinsergebnis noch mehr Potenzial nach oben. «Wir leben immer noch in einem Tiefzinsumfeld, aber die Talsohle bezüglich des Einflusses auf die Erträge ist erreicht», gab er sich am Donnerstag in einem Interview mit AWP überzeugt.

Der Erfolg aus dem Kommissionsgeschäft blieb mit 174,4 Mio kaum verändert. Insbesondere aufgrund der geringen Geschäftstätigkeit am Devisenmarkt sei der Erfolg aus dem Handelsgeschäft dagegen um 12% auf 52,3 Millionen zurückgegangen, hiess es von der Bank in einer Mitteilung. Der übrige ordentliche Erfolg der Gruppe belief sich auf 22,8 Mio.

Nettoneugeldzufluss bei 51 Mio
Der Geschäftsaufwand erhöhte sich leicht (+1,0%) auf 263,3 Mio CHF. Mit dem Wechsel von achtzig Informatikspezialisten von IBM zur BCV am 1. Juli 2013 stieg der Personalaufwand um 3% auf 172 Mio an. Der übrige Geschäftsaufwand sank um 3% auf 91 Mio.

In der Folge war eine leichte Zunahme (+1,0%) des Bruttogewinns auf 239,2 Mio zu verzeichnen und ein 2% höherer Reingewinn von 153,6 Mio. Dabei nahmen die Abschreibungen um 7% auf 41 Mio ab. Die Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste lagen bei 7 Mio (-3%). Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 61% auf 60%.

Die Bilanzsumme stieg um 2% auf 41,2 Mrd. Dabei wuchsen die Hypotheken um 320 Mio (+1%) auf 23,7 Mrd. Die übrigen Kredite blieben mit 5,4 Mrd unverändert. Die Spar- und Kundeneinlagen wuchsen ebenfalls weiter an und zwar um 251 Mio (+2%) auf 13,1 Mrd CHF. Die übrigen Verpflichtungen gegenüber Kunden nahmen um 178 Mio (+1) auf 15,6 Mrd zu.

Die verwalteten Vermögen der Gruppe stiegen um 3% 86,3 Mrd CHF. Der Nettoneugeldzufluss der Gruppe belief sich in den ersten sechs Monaten auf 51 Mio.

Der Abfluss von Offshore-Geldern setzte sich fort, konnte aber durch die Zuflüsse von inländischen Geldern kompensiert werden. «Die Abflüsse sind im aktuellen Kontext zu sehen, wo die Kundschaft zunehmend steuerehrlich wird», kommentierte dies Paulsen. Bezüglich des Programms zur Beilegung des Steuerstreits mit den USA wünscht sich die Bank, dass dieses so bald wie möglich abgeschlossen werden kann. Die BCV nimmt in dem Steuerprogramm in der Kategorie 2, muss also mit einer Busse rechnen.

Kernkapitalquote bei 17,3%
Im Mai zahlte die BCV in Übereinstimmung mit der für die nächsten vier Jahre vorgesehenen Ausschüttungspolitik 32,00 CHF pro Aktie aus. Dies entspreche einer Gesamtsumme von 275 Mio CHF, hiess es von BCV weiter.

Die Bank verfügt nach eigenen Angaben über eine komfortable Eigenkapitalbasis. Die Kernkapitalquote belief sich zum Ende der Berichtsperiode auf 17,3%.

Für das zweite Halbjahr rechnet die Gruppe mit einem ähnlich guten Geschäftsgang wie im ersten Semester. Dies, sofern sich die Wirtschaftslage und die Entwicklung an den Finanzmärkten nicht signifikant verschlechtern würden, hiess es.

Analysten sahen nur wenige Überraschungen in der Zahlenvorlage, bewerten die Stetigkeit der Bank aber überwiegend positiv. An der Börse legen die BCV-Titel gegen 13.15 Uhr im Rahmen des Gesamtmarkts (SPI: +0,51%) leicht um 0,5% auf 489,25 CHF zu. Zur Berichtszeit wurde etwa die Hälfte eines durchschnittlichen Tagesvolumens gehandelt. (awp/mc/upd/ps)

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