BlackRock-Umfrage belegt: Nachhaltiges Investieren nimmt Fahrt auf

BlackRock-Umfrage belegt: Nachhaltiges Investieren nimmt Fahrt auf
Mirjam Staub-Bisang, Länderchefin von BlackRock in der Schweiz.

Zürich – Die Gesundheits- und die Wirtschaftskrise in diesem Jahr haben der Nachfrage der Anleger und den Aussichten für Nachhaltigkeitsanlagen keinen Dämpfer versetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Globale BlackRockKundenumfrage zu nachhaltigem Investieren. Vielmehr planen die befragten Anleger, ihr in nachhaltige Anlagen investiertes Vermögen in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. 20 Prozent erklärten, die Pandemie würde ihre diesbezüglichen Pläne sogar beschleunigen.

«ESG kann nicht mehr nur als Trend betrachtet werden. Vielmehr wurde Nachhaltigkeit zum integrativen Bestandteil unseres Alltags. Das gilt auch für Investmententscheidungen. Bei institutionellen Investoren stehen Risikoüberlegungen im Vordergrund, private Investoren wollen vermehrt ihre Wertehaltung in ihren Anlagen reflektiert sehen. Für eine konsequente Umsetzung sind einheitliche Nachhaltigkeitsstandards unabdingbar. Diese werden sich in den nächsten Jahren etablieren.» sagt Mirjam Staub-Bisang, Länderchefin von BlackRock in der Schweiz.

An der Umfrage beteiligten sich 425 institutionelle Anleger aus 27 Ländern, darunter betriebliche und staatliche Pensionskassen, Vermögensverwalter, Schenkungen, Stiftungen und Wealth Manager. Zusammen repräsentieren sie ein verwaltetes Vermögen von fast 25 Billionen US-Dollar.

Die Entwicklung in diesem Jahr ist offenbar der Beginn einer nachhaltigen Verschiebung für mindestens die nächsten fünf Jahre. So planen die Umfrageteilnehmer, ihr in Anlagelösungen mit dem Schwerpunkt Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) investiertes Vermögen bis 2025 zu verdoppeln. Besonders stark ist der Trend zu nachhaltigem Investieren in Europa. Aber auch in Amerika sowie in Asien nimmt er an Fahrt auf.

ESG-Integration
Die Mehrheit der Befragten ist überzeugt, dass Nachhaltigkeit für ihre Anlageprozesse und -ergebnisse von grundlegender Bedeutung ist. Um ESG-Risiken in ihren Portfolios zu berücksichtigen, nutzen bereits 75 Prozent integrierte Anlagestrategien oder ziehen dies in Betracht. Bei einem integrierten Anlageansatz werden ESG-Kriterien bei allen Beständen in die Überlegungen einbezogen und künftige Anlageentscheidungen aus einer ganzheitlichen sowie nachhaltigen Perspektive betrachtet.

Am weitesten verbreitet sind bei den Befragten Anlagestrategien, bei denen ESG-Faktoren integriert werden. Aber auch gezieltere nachhaltige Anlageansätze stehen hoch im Kurs: Von den Befragten aus Europanutzen 56 % thematische und 52 % wirkungsbezogene («Impact») Strategien.

Regionale Unterschiede bei der Verbreitung
Für die weltweit unterschiedlich starke Nachfrage nach Nachhaltigkeitsanlagen gibt es diverse Gründe. Dazu gehören die regional verschiedenen regulatorischen Rahmenbedingungen, die unterschiedliche Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, die uneinheitliche Aufsicht durch Vorstand und Management und die divergierende Einschätzung möglicher Ertragsvorteile.

In Europa gaben 51 % der Befragten als Hauptgrund für die Umschichtung in Nachhaltigkeitsstrategien an, dass «es richtig» sei, dies zu tun. Bei lediglich 37 % war das «Mindern des Anlagerisikos» ein zentrales Argument. Dagegen war dies für die Befragten aus Amerika der zweitwichtigste Grund (49 %), gefolgt von «besserer risikobereinigter Performance» und «von Aufsichtsrat oder Geschäftsführung mandatiert» (beides 45 %).

«Welche Priorität ESG-Themen haben und der Umgang mit ihnen ist je nach Region verschieden. Der Dringlichkeit des Klimarisikos sind sich alle bewusst, aber Themen wie Menschenrechte, Diversität und Inklusion werden unterschiedlich gewichtet», erläutert Mark McCombe, Chief Client Officer bei BlackRock. «Auch die Gründe, die unsere Kunden für eine Anlage in Nachhaltigkeitsprodukte anführen, sind regional sehr unterschiedlich. Viele Anleger aus Europa sehen die Vorteile von Nachhaltigkeit aus einem gesellschaftlichen Blickwinkel. In den USA wiederum stehen für Anleger das Risikomanagement und die Wertentwicklung stärker im Vordergrund.»

Umweltrisiken gilt die grösste Sorge der Kunden
Unabhängig von der Region bereiten einer überwältigenden Mehrheit der Befragten klimabezogene Risiken Sorgen: 88 % von ihnen nannten sie als das Risiko, dem sie mit Blick auf ihr Portfolio am meisten Beachtung schenken. Daran dürfte sich den Befragten zufolge auch künftig nichts ändern. Eine wachsende Zahl von ihnen (58 %) gab jedoch an, dass soziale Themen wie Diversität und Inklusion sowie faire Arbeitspraktiken in den nächsten drei bis fünf Jahren am stärksten an Bedeutung gewinnen dürften.

Für die stärkere Berücksichtigung von ESG-Faktoren gibt es viele Gründe, darunter nicht zuletzt die verbesserte Offenlegung durch die Unternehmen, wodurch mehr Nachhaltigkeitsinformationen verfügbar werden. Ein weiterer Beweggrund sind die Fortschritte in der Datenanalyse, die ein besseres Verständnis des Stellenwerts von ESG-Themen in der Vermögensanlage ermöglichen.

Bedenken über die Datenqualität
Unbestritten haben sich die Qualität und Verfügbarkeit von Daten in den vergangenen zehn Jahren erheblich verbessert. Das ermöglicht es Anlegern, fundierte Anlageentscheidungen zu treffen. Gleichwohl sind sich die professionellen Anleger weitgehend einig, dass die Daten ein Bereich sind, der weiterer Aufmerksamkeit bedarf.

Über die Hälfte (53 %) der weltweit Befragten nannten «schlechte Qualität oder Verfügbarkeit von ESG-Daten und -Analysen» als das grösstes Hindernis für nachhaltiges Investieren. Kein anderes identifiziertes Hemmnis reichte an diesen Prozentsatz heran.

Fortschritte bei den Nachhaltigkeitsinitiativen von BlackRock 2020
Im Januar verpflichtete sich BlackRock zu einer ganzen Reihe von Massnahmen, um Nachhaltigkeit bei der Risikosteuerung, der Portfoliokonstruktion, der Produktentwicklung und dem Dialog mit Unternehmen als zentrales Element zu berücksichtigen.

Einen aktuellen Bericht zu den Nachhaltigkeitsinitiativen 2020 von BlackRock finden Sie hier. Einige der wichtigsten Fortschritte sind:

  • ESG-Integration
    BlackRock hat sein Ziel erreicht, ESG-Faktoren umfassend bei allen rund 5.600 aktiven Strategien und Mandatsstrategien zu integrieren. Das entspricht einem verwalteten Vermögen von 2,7 Billionen US-Dollar.
  • 39 Milliarden US-Dollar in Nachhaltigkeitsstrategien umgeschichtet
    2020 legte BlackRock 93 neue nachhaltige Anlagelösungen auf. Damit half der Vermögensverwalter seinen Kunden, 39 Milliarden US-Dollari in nachhaltige Anlagestrategien umzuschichten. Das nachhaltig verwaltete Vermögen ist damit seit dem 31. Dezember 2019 um 41 % gestiegen.
  • ESG-Fonds verstärkt als Grundbausteine von Portfolios genutzt
    Der Anteil nachhaltiger Fonds als Grundbausteine in den globalen Modellportfolios von BlackRock ist exponentiell gewachsen von einem verwalteten Vermögen von 450 Millionen US-Dollar im Jahr 2019 auf 23 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020.
  • Ausstieg aus Kohleproduzenten
    Bei allen aktiven Portfolios veräusserte BlackRock sämtliche Beteiligungen an Unternehmen, die mehr als 25 % ihres Umsatzes aus der Kohleproduktion erwirtschaften.
  • Neue Klimarisiko-Tools
    Mit der Einführung von Aladdin Climate setzt BlackRock einen Standard in der Bewertung von Umweltrisiken in allen Anlageklassen von Anlageportfolios.
  • Umfangreiche Erweiterung der ESG-Daten
    BlackRock nahm 1.200 Nachhaltigkeitskennzahlen in Aladdin auf. Mit den Datenanbietern Sustainalytics, Refinitiv und Rhodium hat das Haus in diesem JahrPartnerschaften geschlossen, um den Kunden ein besseres Verständnis von ESG- und physischen Klimarisiken zu ermöglichen.
  • Nachhaltigkeitslösungen für neue Märkte und Strategien
    Mit der ersten dezidierten ESG-Lösung in Mexiko und den ersten indexbasierten ESG-Zielfonds sowie der ersten Reihe von Asset-Allocation-ETFs mit ESGSchwerpunkt in den USA leistete BlackRock Pionierarbeit für neue nachhaltige Strategien.
  • Intensiverer Dialog und mehr Transparenz
    244 Unternehmen aus CO2-intensiven Branchen informierte BlackRock darüber, dass es sich 2021 ein negatives Votum bei Aktionärsversammlungen vorbehält, sollten sie keine wesentlichen Fortschritte bei Klimathemen gemacht haben. Mit mehr als 50 Abstimmungsbulletins zu wichtigen Beschlussvorlagen sorgte der Vermögensverwalter für mehr Transparenz. Nach seinem Aufruf an Unternehmen, Berichte gemäss den Empfehlungen von SASB und TCFD vorzulegen, erhöhte sich deren Anteil um 288 %.

(Blackrock/mc/ps)

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