BNP könnte längeres Verbot von bestimmten Dollar-Geschäften drohen

Jean-Laurent Bonnafé
Jean-Laurent Bonnafé, CEO BNP Paribas.

BNP-Chef Jean-Laurent Bonnafé.

New York – Wegen ihrer mutmasslichen Verstösse gegen US-Handelssanktionen droht der französischen Grossbank BNP Paribas ein längeres Verbot von bestimmten Dollar-Geschäften als zuletzt angenommen. Der Chef der New Yorker Finanzaufsichtsbehörde Benjamin Lawsky dränge darauf, dass das Institut ein Jahr lang von bestimmten Dollar-Abwicklungen etwa bei Öl- und Gasgeschäften ausgeschlossen werde, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf einen Insider. Zuletzt hatte es geheissen, dass BNP vermutlich nur einen Monat lang Dollar-Tranfers verboten werden sollten. Die US-Behörden und die Bank wollten dazu nicht offiziell Stellung nehmen.

Die Bank steht dem Vernehmen nach kurz vor einer offiziellen Einigung mit den US-Behörden, welche Anfang Juli verkündet werden könnte. Eine grundsätzliche Vereinbarung soll seit einigen Tagen stehen. Dabei ist die Rede davon, dass das Institut bis zu 9 Milliarden Dollar als Strafe zahlen muss und sich zudem offiziell für schuldig erklärt. Die USA werfen den Franzosen vor, bei Geschäften mit Staaten wie Iran, Sudan und Kuba über Jahre gegen US-Handelssanktionen verstossen zu haben. Transaktionen im Umfang von 30 Milliarden Dollar erscheinen den US-Ermittlern verdächtig.

Mögliche Folgen für Bank unklar
Unter Experten gilt es als unklar, welche Folgen ein Verbot von Dollar-Geschäften für die Bank tatsächlich hat. Möglich ist, dass BNP Kundenaufträge zwischenzeitlich von einem Konkurrenten abwickeln lässt. Damit riskiert sie aber, dass die Kunden gleich ganz dorthin wechseln. (awp/mc/ps)

 

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