Börsenbetreiber ICE gibt Interesse an Londoner Börse (LSE) auf

London Stock Exchange

Frankfurt / Atlanta – Die Deutsche Börse hat im Ringen um den angestrebten Zusammenschluss mit der Londoner Börse einen Konkurrenten weniger. Der US-Börsenbetreiber Intercontinental Exchange (ICE) gab am Mittwoch bekannt, er habe «derzeit keine Absicht» ein Angebot für die London Stock Exchange (LSE) abzugeben. Das Unternehmen sehe keinen ausreichenden Nutzen in einer Übernahme.

Der US-Börsenriese hatte kurz nach Bekanntwerden der Fusionspläne zwischen Frankfurt und London Anfang März angekündigt, ein Gegenangebot für die LSE zu prüfen. Offen ist nun noch, ob die Chicagoer Optionsbörse CME, der zweite grosse US-Börsenbetreiber, eine Offerte für die Londoner Börse vorlegen wird.

Fusion soll im ersten Quartal 2017 abgeschlossen sein
Deutsche Börse und LSE wollen zusammengehen, um im globalen Wettbewerb der Börsenbetreiber schlagkräftiger zu werden. Zusammen würden die beiden Unternehmen nach Börsenwert zu den beiden US-Schwergewichten ICE und CME aufschliessen. Die Fusionspartner streben an, den Deal spätestens im ersten Quartal 2017 zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Als rechtlicher Sitz der Dachgesellschaft ist London vorgesehen. Die Aktionäre der Deutschen Börse sollen an dem Gemeinschaftsunternehmen mit 54,4 Prozent eine knappe Mehrheit halten. Nach bisherigen Plänen sollen die Anteilseigner beider Seiten noch im zweiten Quartal über die Fusionspläne entscheiden.

Noch viele Hürden
Ob es allerdings noch vor dem britischen Referendum am 23. Juni vorangeht, ist derzeit ungewiss. An dem Tag stimmen die Briten ab, ob ihr Land weiter Mitglied der Europäischen Union bleibt. Deutsche Börse und LSE hatten betont, auch ein möglicher EU-Austritt Grossbritanniens («Brexit») werde die Fusionspläne nicht durchkreuzen.

Zudem steht noch die Zustimmung etlicher Aufsichtsbehörden aus. «Es gibt noch viele Hürden», hatte Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter am Dienstagabend bei einer Diskussionsveranstaltung in Frankfurt gesagt. «Wir haben die Unterlagen an die Aufsichtsbehörden in Brüssel noch nicht eingereicht. Wir sind natürlich im Gespräch mit hiesigen und auch weiteren Regulatoren und Aufsehern.»

Es sei auch nicht auszuschliessen, «dass noch ein unerwünschter Partner aufkreuzt», sagte Kengeter. Ein Gegenangebot könnte den Deal für den Dax-Konzern verteuern. Ein Konkurrent ist nun aus dem Rennen. (awp/mc/upd/ps)

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