Helvetia mit solidem Ergebnis in der Beruflichen Vorsorge

Helvetia
(Foto: Damian Poffet)

St. Gallen – Helvetia Versicherungen hat 2018 im Schweizer Geschäft der Beruflichen Vorsorge ein solides Ergebnis erzielt. Aufgrund der „realitätsfremden Parameter“ in der zweiten Säule nimmt Helvetia Änderungen in der Ausgestaltung der Vorsorgelösung vor, um weiterhin eine umfassende Angebotspalette anbieten zu können, wie Helvetia in einer Mitteilung schreibt.

Helvetia Versicherungen erzielte 2018 im Geschäft mit der Beruflichen Vorsorge in der Schweiz ein Prämienvolumen von CHF 2 624 Mio. und wuchs damit um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Prämien 2017: CHF 2 564 Mio.). Die periodischen Prämien stiegen deutlich um 4 Prozent auf CHF 1 269 Mio. Die Einmaleinlagen verzeichneten ein Wachstum von 0.9 Prozent auf CHF 1 355 Mio.

Stabile Überschussbeteiligung
In dem der Mindestquote unterstellten Geschäft erbrachte Helvetia Leistungen zugunsten der Versicherten im Umfang von CHF 517.2 Mio., was einer Ausschüttungsquote von 90.5 Prozent entspricht. Das Betriebsergebnis betrug CHF 54.1 Mio. und fiel somit um 6 Prozent tiefer aus als im Vorjahr (2017: CHF 57.8 Mio.). Die Ausschüttungsquote des nicht der Mindestquote unterstellten Geschäfts betrug 92.8 Prozent.

Helvetia stellte bei den Überschussbeteiligungen an ihre Versicherten erneut Kontinuität und Stabilität in den Vordergrund. Im Geschäft, das der Mindestquote unterstellt ist, wurden die Guthaben des BVG-Obligatoriums mit dem Mindestzins von 1 Prozent verzinst. Den überobligatorischen Guthaben wurden 0.75 Prozent gutgeschrieben. Zudem wurde ein Risikoüberschuss ausgeschüttet.

Der Betriebsaufwand pro aktiven Versicherten blieb mit CHF 477 nahezu unverändert (2017: CHF 479). Insgesamt stieg der Betriebsaufwand um CHF 3.7 Mio. oder 4 Prozent auf CHF 103.4 Mio. Die auf Basis der Marktwerte ermittelte Netto-Performance lag mit 0.04 Prozent knapp im positiven Bereich. Neben der Aktienmarktentwicklung waren insbesondere die erhöhten Zinsaufschläge auf den Unternehmensanleihen für die Verschlechterung gegenüber 2017 verantwortlich.

Die Anzahl der Kollektivverträge blieb unverändert bei 17’498. Derweil die Zahl der Versicherten um 4 Prozent auf 234’599 stieg. Helvetia verfolge angesichts der realitätsfremden Rahmenbedingungen mit einem viel zu hohen Umwandlungssatz im BVG-Obligatorium weiterhin eine restriktive Zeichnungspolitik, heisst es weiter.

Helvetia nutzt den eigenen Handlungsspielraum
Aufgrund dieser Rahmenbedingungen sei die ungerechte und systemfremde Umverteilung von aktiv Versicherten zu Rentenbezügern weiterhin hoch. Über CHF 160 Mio. sind so im letzten Jahr umverteilt worden, wie Berechnungen von Helvetia zeigen. Um diese zu reduzieren und gleichzeitig weiterhin eine umfassende Lösungspalette mit Vollversicherung und teilautonomen Sammelstiftungen anbieten zu können, hat sich Helvetia entschlossen, den eigenen Handlungsspielraum zu nutzen. So habe Helvetia Massnahmen erarbeitet, um weiterhin stabile und sichere Leistungen, aber auch bedarfsgerechte und faire Lösungen anbieten zu können. Zu diesen Massnahmen gehört zum Beispiel eine Umwandlungssatzsenkung mit Anrechnungsprinzip.

Reform der 2. Säule ist unverändert zwingend und dringend
Trotz der Massnahmen führe nichts an einer Reform der 2. Säule vorbei, wie Donald Desax, Leiter Berufliche Vorsorge Schweiz und Mitglied der Konzernleitung von Helvetia, erklärt: «Die 2. Säule befindet sich aufgrund der demografischen Entwicklung und der tiefen Zinsen in einer Systemkrise. Um diese Krise zu meistern, ist eine Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes zwingend notwendig. Weiter muss ein Beitrag zur Finanzierung der Rentenumwandlungsverluste eingeführt werden. Eine Erhöhung der Altersgutschriften als Kompensationsmassnahme sollte zudem das Leistungsniveau sichern.»

Betriebsrechnung 2018 der beruflichen Vorsorge von Helvetia Schweiz
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