Clientis-Gruppe steigert Konzerngewinn 2015 um fast 40%

Andreas Buri
Andreas Buri, CEO Clientis AG. (Foto: Clientis)

Andreas Buri, CEO Clientis AG. (Foto: Clientis)

Bern – Die in der Clientis-Gruppe zusammengeschlossenen 15 Regionalbanken haben im vergangenen Jahr den stärksten Kundengelder-Zuwachs in der Unternehmensgeschichte verzeichnet. Auch die Kundenausleihungen nahmen weiter zu. Dabei profitierte die Bankengruppe auch von Sondereffekten. Für das laufende Jahr stellt sie weiter wachsende Geschäftsvolumen sowie einen konstanten Ertrag in Aussicht.

Der Betriebserfolg (ordentliches Bankgeschäft) erhöhte sich um 10% auf 210 Mio CHF. Der Zinserfolg als wichtigstes Geschäft (80%) legte dabei um 14% auf 167 Mio CHF zu. Dazu beigetragen hätten vor allem die Volumenausweitung im Hypothekargeschäft und tiefere Refinanzierungskosten, teilte die Bankengruppe am Freitag mit. Der Geschäftsaufwand blieb mit 126 Mio CHF demgegenüber mehr oder weniger stabil, so dass die Cost/Income-Ratio auf 60,2% von 65,9% im Vorjahr sank.

Unter dem Strich verblieb dank der starken Entwicklung im Zinsengeschäft ein Konzerngewinn von 54,2 Mio CHF (+39%), wobei hier auch gwisse Sondereffekte (Auflösung von Wertberichtigungen etc.) mitspielten. Nach Eliminierung dieser Effekte resultiere ein „bereinigter operativer Gewinn“ von 51,9 Mio (+33%), wie Finanzchef Roger Auderset erklärte.

Solides Wachstum in der Immobilienfinanzierung
Dem Verbund flossen 2015 neue Kundengelder von netto 549 Mio CHF zu. Der Bestand wuchs damit um 6% auf CHF 9,7 Mrd an. Die Kundenausleihungen stiegen indes um 4,3% auf 11,7 Mrd, wiederum hauptsächlich getrieben durch Hypothekarfinanzierungen. Dies zeuge vom starken Vertrauen, das durch den direkten lokalen Kundenkontakt aufgebaut werde, meinte Konzernchef Buri dazu.

Die Immobilienfinanzierung ist der Kernbereich der Gruppe. 95% der Ausleihungen sind hypothekarisch gedeckt. Die Wertberichtigungen für Ausfallrisiken betrugen 2015 ein halbes Prozent. Die effektiven Kreditverluste beliefen sich indes auf nur 0,3 Promille.

Die Geschäftsleitung sieht darin eine Bestätigung für die solide Unterlegung und tiefe Risiken in ihrem Kreditportfolios. Auch eine mögliche Immobilienblase bereitet dem Gremium keine Kopfschmerzen: „Wir gehen davon aus, dass uns die Folgen des Platzens einer allfälligen Blase nicht substanziell treffen würden“, sagte der CFO. Ausserdem seien die Banken der Clientis-Gruppe nicht in den Hot-Spot Regionen aktiv.

Gestärkte Eigenmittelbasis
Die konsolidierte Bilanzsumme stieg aufgrund des Wachstums im Kundengeschäft und höherer flüssiger Mittel um 8,1% auf 13,5 Mrd CHF an. Das Eigenkapital erhöhte sich um 5,4% auf 1,19 Mrd, womit der Eigenfinanzierungsgrad 8,7% erreicht. Die Gesamtkapitalquote lag bei 17,8% (VJ: 17,2%). Da die Gruppe ausschliesslich „hartes Eigenkapital“ verfüge, sei die Gesamtkapitalquote identisch mit der Kernkapitalquote (Tier 1), erklärte der Finanzchef dazu.

Ausserdem meldet die Gruppe, dass sie künftig Leistungen für 27 Regionalbanken erbringen wird. Neben den 15 Clientis Banken beziehen zwölf weitere Institute – sieben Banken mehr als bisher – Dienste in den Bereichen IT, Compliance, Anlegen und Vertrieb. Mit dem Ausbau ihres Dienstleistungsportfolios erhofft sich die Gruppe mittel- und längerfristig auch die Aufnahme weiterer Regionalbanken im Clientis-Verbund.

Commitment für Fortsetzung des Verbundes
„Die Clientis Banken haben 2015 ihr Commitment zur langfristigen Fortsetzung der gemeinsamen Zukunft bekräftigt und ihr Vertragswerk entsprechend angepasst“, erklärte der Konzernchef. Unter anderem wurde dadurch die „Strafsumme“ bei einem frühzeitigen Austritt aus der Gesellschaft deutlich herabgesetzt, was die Attraktivität einer Mitgliedschaft für derzeit unabhängige Regionalbanken fördere.

Im laufenden Jahr 2016 liege der Fokus auf der Entwicklung des Zinsniveaus und dem Geschäfstgang in der Baubranche, hiess es. Diese Faktoren seien für das Kerngeschäft der Immobilienfinanzierung von zentraler Bedeutung. Die Gruppe geht von einem Schweizer Zinsniveau auf weiterhin sehr tiefem Niveau und einer Bautätigkeit im Rahmen des Vorjahres aus. Insgesamt rechnet die Gruppe mit einer weiteren Zunahme der Geschäftsvolumen und stellt einen Ertrag auf dem Niveau von 2015 in Aussicht. (awp/mc/pg)

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