CS-Kommentar: Korrektur an den Aktienmärkten wahrscheinlich

CS-Kommentar: Korrektur an den Aktienmärkten wahrscheinlich
(Bild: Fotolia, Marco2811)

Zürich – Die überraschend starke Erholung der Aktienmärkte seit der Brexit-Abstimmung scheint übertrieben. Angesichts der hohen Bewertungen und der Unsicherheit um den anstehenden  Fed-Zinsentscheid scheint eine Korrektur recht wahrscheinlich. Die Aktienmärkte haben sich nach Meinung der CS-Analytiker in ihren Perspektiven für Anleger von den Fundamentaldaten abgekoppelt und die Volatilität dürfte im September und Oktober nicht zuletzt wegen der Saisonalität anziehen. Sie empfehlen aus diesem Grund weiterhin eine Untergewichtung von Aktien im Portfolio, insbesondere der Aktienmärkte der Eurozone und Grossbritanniens. Aufgrund der attraktiveren Rendite wird eine Beimischung von Unternehmensanleihen (auch aus dem Finanzsektor) und Schwellenländeranleihen in Hart- und Lokalwährung empfohlen.

Regional bevorzugt die Credit Suisse die Schweiz, die Schwellenländer und Australien. Bei Anleihen sind sie insgesamt neutral positioniert, empfehlen jedoch bei den alternativen Anlagen liegt den Fokus auf Hedge-Fonds,  die ein geringes Exposure zum Markt haben, zu setzen. Bei den Rohstoffen setzen sie auf Energie und Öl.

Verhaltene Konjunkturaussichten
Die jüngsten Konjunkturdaten haben das Bild einer verhalten expandierenden Weltwirtschaft bestätigt. Dieser Trend dürfte sich in groben Zügen fortsetzen, wenngleich sich die Dynamik in einzelnen Ländern wohl etwas verändern wird. Konkret erwarten die CS-Analytiker für die USA eine Wachstumsbeschleunigung, die durch eine verbesserte Investitionstätigkeit unterstützt wird. In Grossbritannien zeichnet sich demgegenüber als Folge des Brexit-Entscheids eine merkliche Verlangsamung ab. Ein nachlassender Fiskalstimulus dürfte zudem zu einer weiteren Wachstumsverlangsamung in China führen.

Schweiz: Teilzeitarbeit entlastet Lohnkosten
In den vergangenen Jahren wurden die Beschäftigungszuwächse in der Schweiz primär von der starken Zuwanderung und der Expansion des Gesundheitswesens getrieben. Der Frankenschock hat diesem regen Wachstum jedoch einen Dämpfer versetzt. Interessanterweise war das Stellenwachstum deutlich weniger stark betroffen als das Wachstum in Vollzeitäquivalenten (VZÄ, Teilzeitstellen auf 100 % Stellen gerechnet). Daraus lässt sich schliessen, dass die Unternehmen derzeit mit Teilzeitarbeit Kosten sparen. Dies dürfte es auch erlauben, die Beschäftigung bei besserem Wirtschaftsgang schneller wieder zu erhöhen.

Weiterhin sehr niedrige oder negative Zinsen
In den Industrieländern wird die Geldpolitik weiterhin durch sehr niedrige oder sogar negative Zinsen geprägt. Auch wenn die US Notenbank eine erste Zinsanhebung Ende 2015 gewagt hat,dürfte sich das Zinsniveau nur sehr graduell normalisieren. In der Eurozone, in Japan und in Grossbritannien kommen Zinserhöhungen dagegen noch nicht infrage. Die Zentralbanken dieser Regionen sind eher dabei, ihre Geldpolitik durch Zinssenkungen und Wertschriftenkaufprogramme weiter zu lockern. In der Schweiz kämpft die Schweizerische Nationalbank (SNB) weiterhin mit Devisenkäufen gegen die Überbewertung des Frankens. Aufgrund der Tiefzinspolitik der Zentralbanken wird mit  einem anhaltenden Tiefzinsumfeld für Staatsanleihen gerechnet. Unternehmensanleihen erfahren dabei ebenfalls kräftige Unterstützung, in EUR und GBP sogar in direkter Form durch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England (BoE). Diese Zusatznachfrage dürfte noch eine Weile bestehen bleiben. Wertpotenzial sehen sehen die CS-Analysten in Finanzanleihen und auf Euro lautenden nachrangigen Anleihen, insbesondere aber auch bei Schwellenmarktanleihen, zumal wir Schwellenländerwährungen nun positiver einschätzen. (CS/mc/cs)

Credit Suisse

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