CS-VRP Urs Rohner: Investment Banking bleibt

CS-Präsident Urs Rohner.

Zürich – Die Credit Suisse (CS) hält weiterhin an ihrem Investment Banking fest. Ein globales Vermögensverwaltungsgeschäft wie es die CS aufgebaut habe, lasse sich gar nicht betreiben ohne Kapitalmarktgeschäft und Investment Banking, sagte CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner in einem Interview mit dem Magazin «Bilanz» (Vorabdruck Ausgabe vom 23. September). Die CS müsse aber als Organisation effizienter werden.

Dass eine Abspaltung des Investment Banking den Kurs der CS-Aktie nach oben treiben würde, bezeichnete Rohner als «Milchbüchleinrechnung»: «Ich zweifle sehr, dass dies allein Mehrwert schaffen würde.» Die derzeit von der Börse besser bewerteten kleineren reinen Vermögensverwaltungsbanken könne man schlicht nicht mit einer weltweit tätigen Bank wie der CS vergleichen. Den jüngsten Betrugsfall im Investment Banking der UBS werde die CS «genau studieren und wenn nötig Lehren daraus ziehen», sagte Rohner.

CS schaut jedes Geschäftsfeld an
Allerdings hätten sich in den letzten Jahren gewichtige Veränderungen ergeben, nicht zuletzt durch die erhöhten Kapitalanforderungen, räumte Rohner ein: «Es wird Geschäfte geben, die wir in der heutigen Form nicht mehr führen können.» Die CS werde deshalb jedes einzelne Geschäftsfeld anschauen. So würden sich auch die Renditeerwartungen im Geschäft mit den Festverzinslichen, wo die CS noch immer einen sehr grossen Teil des Kapitals habe, unter Basel III stark verschlechtert.

«Erhebliches Verbesserungspotenzial»
Zur Verbesserung ihrer Effizienz habe die CS noch «erhebliches Potenzial», sagte Rohner weiter. «Der Verwaltungsrat hat der Geschäftsleitung den Auftrag gegeben, alle Geschäfte anzuschauen.» Diese werde einen Vorschlag zur künftigen Strategie machen. Pläne für einen weiteren Stellenabbau – neben dem bereits bekannten Abbau von 2000 Stellen – gebe es derzeit aber nicht. Die Änderungen würden «Schritt für Schritt» umgesetzt: «Bis Jahresende sollten wir damit schon sehr weit sein.»

«Klare Null-Toleranz-Politik»
Zu den laufenden Untersuchung gegen die CS in den USA wegen den Vorwürfen von Steuerhinterziehung betonte Rohner, dass die CS konsequent Crossborder-Regeln eingeführt habe, die «härter als alle anderen» gewesen seien: «Wir haben wegen unserer strikten Haltung sogar Mitarbeiter an andere Banken verloren.» Die Vorstellung, dass die CS nicht eingeschritten wäre, wenn es Hinweise auf Fehlverhalten gegeben hätte, sei «abenteuerlich», sagte der ehemalige CS-Chefjurist. «Wir haben eine klare Null-Toleranz-Politik.» (awp/mc/ps)

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