Debakel bei US-Hedgefonds kostet Allianz 5,6 Milliarden Euro

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(Bild: Allianz)

München – Die Verluste von Grossanlegern in den USA kosten den Versicherer Allianz nach derzeitigem Stand rund 5,6 Milliarden Euro. Im ersten Quartal legte der Konzern weitere 1,9 Milliarden Euro zurück, wie er überraschend am Mittwoch in München mitteilte. Das Geld ist für die Entschädigung der Investoren bestimmter Hedgefonds und die Einigung mit den US-amerikanischen Aufsichtsbehörden vorgesehen. Im Jahresabschluss für 2021 hatte die Allianz bereits eine Belastung von 3,7 Milliarden Euro verbucht. Der Vorstand geht jetzt davon aus, dass die Rückstellungen die finanziellen Risiken für den Konzern insgesamt abdecken.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die Allianz-Aktie legte am Vormittag um mehr als zwei Prozent auf 198 Euro zu und gehörte damit zu den stärksten Titeln im Dax. Die zweite Rückstellung komme früher und falle niedriger aus als erwartet, schrieb Branchenexperte Philip Kett vom Analysehaus Jefferies. Zudem hätte die Allianz ohne die Sonderbelastung besser abgeschnitten als am Markt erwartet. Seit dem Jahreswechsel hat das Allianz-Papier jetzt noch knapp fünf Prozent an Wert eingebüsst.

Gewinneinbruch in Q1
Tatsächlich musste der Konzern im ersten Quartal einen Gewinneinbruch auf rund 600 Millionen Euro hinnehmen, nachdem er ein Jahr zuvor noch mehr als 2,5 Milliarden verdient hatte. Allein die Rückstellung belastete das Ergebnis den Angaben zufolge mit etwa 1,6 Milliarden Euro.

Grund des Ärgers sind die Verluste, die professionelle Anleger zu Beginn der Corona-Krise im Jahr 2020 mit den Structured Alpha Fonds von Allianz Global Investors (AGI) erlitten hatten. Mehrere Investoren, darunter Pensionsfonds, haben die Allianz-Fondstochter daher auf Schadenersatz verklagt.

Die Vorwürfe laufen darauf hinaus, dass die Manager dieser Hedgefonds die eigenen Richtlinien nicht eingehalten und nicht angemessen auf die Marktentwicklung reagiert hätten. Dies soll die hohen Verluste verursacht haben. Die Allianz-Führung wollte sich zu ihrer Sicht der Dinge bisher nicht äussern, bevor die US-Behörden ihre Untersuchungsergebnisse vorgelegt haben. Schon im Februar gab der Konzern allerdings bekannt, sich mit dem Grossteil der Kläger auf Vergleiche geeinigt zu haben.

Keine Dividenden-Kürzung
Die Allianz stellte erneut klar, dass ihre Aktionäre trotz des Gewinnrückgangs keine Kürzung der Dividenden befürchten müssen. Bei der Berechnung der Ausschüttung werde die Sonderbelastung herausgerechnet, hiess es.

Unterdessen lief es im Tagesgeschäft des Konzerns im ersten Quartal überraschend gut. So ging der operative Gewinn im Jahresvergleich zwar von 3,3 auf 3,2 Milliarden Euro zurück, lag damit aber höher als von Analysten im Schnitt erwartet. Die Allianz will die kompletten Quartalszahlen an diesem Donnerstag veröffentlichen. (awp/mc/pg)

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