Der Moneycab-Börsenblog: Aixtron – Short Squeeze oder Trendwende?

Der Moneycab-Börsenblog: Aixtron – Short Squeeze oder Trendwende?

Der Blick an die Börse von Robert Jakob.

Wieder eine Überraschung bei Aixtron? Zum Wochenende zog der Aktienkurs noch einmal deutlich an. Nach der katastrophalen Vorwoche steht somit ein rund 10-prozentiger Kursgewinn zu Buche. Neben Deckungskäufen wird auf ein deutlich besseres Ergebnis verwiesen. Dieses, so vermuten Insider, soll fürs Q3 besser als in den Quartalen zuvor ausfallen. Die spannende Nagelprobe steht am Dienstag 8. November an. Allzu rosig dürften die Zahlen fürs dritte Quartal nicht ausfallen. Aber Aixtron ist und bleibt ein Spezialmaschinenbauer, der erfolgreich hochkomplexe Apparate zur Herstellung von LED- und anderen Chips baut, die auf der ganzen Welt Abnehmer finden.

Auch wenn Aixtron für die in seinen Maschinen verwendete Beschichtungstechnologie selbstverständlich Patente hat, so ist das Unternehmen aus Herzogenrath kein Produzent von neuartigen Chips mit verteidigungstechnischer Relevanz. Aixtron‘s Maschinen ermöglichen lediglich die Produktion von Halbleiterbausteinen, die in LEDs, Solarzellen und Lasern eingesetzt werden. Militärisch relevantes Material können nur die Endabnehmer  der Bestückungsmaschinen produzieren. Seit Jahren hat Aixtron bereits rund 3000 solcher Geräte ausgeliefert, und niemand hat sich beschwert. Somit ändert ein Verkaufsverbot an die Chinesen nicht mehr allzu viel. Daher haftet der angeblich so sicherheitsrelevanten, vom US-Geheimdienst  angestossenen, erneuten Überprüfung der Übernahme durch Chinesen der Geruch der Wirtschaftspolitik an. Und zwar auf dem Buckel eines erfolgreichen deutschen Mittelstandunternehmens. Von einer missglückten Bilanzstärkung durch die chinesische Übernahme würde direkt der schärfste Konkurrent von Aixtron, die US-amerikanische Veeco, profitieren. Veeco ist um vieles grösser und mächtiger als Aixtron und  wendet dieselbe Beschichtungstechnologie in seinen Apparaten an, und – wer hätte das erwartet – vertreibt diese selbstredend problemlos auch in China.

Aixtron sieht sich zu Recht als Opfer eines Wirtschaftskrimis. Wenn Aixtron mit dem Verkauf nach China zum Sicherheitsrisiko würde, dann dürfte auch ein Hersteller von Zentrifugen nicht an den Iran verkauft werden, da man ja mit Zentrifugen Uran anreichern kann. Befürworter eines Übernahmemoratoriums nehmen auch gern den Schutz vorm Ausverkauf der Heimat ans Ausland als Argument in Anspruch. Dem sei entgegengehalten, dass bereits 80% der DAX-Unternehmen in ausländischer Hand sind. Ausgerechnet ein fleissiges KMU, das wegen angehäufter Verluste dringend einen finanzkräftigen Investor braucht, zum Präzendenzfall zu machen, mutet vor diesem Hintergrund mehr als unglaubwürdig an.

Aixtron

Zum Autor:
Robert Jakob ist promovierter Naturwissenschaftler und Buchautor, arbeitete sowohl in der Grundlagenforschung als auch für Verlage, Versicherungen und Banken. Seit Jahrzehnten ist der Kommunikationsspezialist ein ausgewiesener Kenner der Finanzszene und leitete nicht nur die Redaktion des Swiss Equity Magazins, sondern auch ein Team von Aktienanalysten.

In Ergänzung seines Bestsellers „100 ganz legale Börsentipps und –tricks“ (4. überarbeitete Auflage) hat der Finanzanalyst Robert Jakob gerade seinen neusten Ratgeber veröffentlicht:

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Noch nie seit dem 2. Weltkrieg haben die staatlichen Autoritäten dermassen stark und willkürlich nach dem Privatvermögen ihrer Bürger gegriffen. Unter dem Deckmantel von Terrorismusbekämpfung, Bankenrettung, ja sogar sozialer Gerechtigkeit, geht es unverblümt ans  Portemonnaie. Die Hände, die danach grabschen werden immer länger, weil mit offenen Armen ausgegeben wird, was gerade erst eingenommen wurde. Hilflos kommt sich der „Steuerbürger“ vor, nein teilweise verhöhnt, wenn er sieht, was mit seinem Geld angerichtet wird.  Für das wenige, das er besitzt, bekommt er noch nicht einmal einen anständigen Zins. Verständlich, dass er händeringend nach Auswegen sucht. Die Rettungswege werden immer enger, länger und sind oft mit vielerlei Hindernissen verstellt. Aber diese Schwierigkeiten kann man aus dem Weg räumen, und daher gibt es eine Rettung für das sauer verdiente Ersparte. Genau davon handelt dieses Buch.

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