Der Moneycab-Börsenblog: Gazprom unter Wasser

Der Moneycab-Börsenblog: Gazprom unter Wasser

Der wöchentliche Blick an die Börse von Robert Jakob

«Tiefer geht es kaum noch. Die Gazprom-Aktie hat gerade wieder Fahrt aufgenommen. Allerdings in die verkehrte Richtung. Seit Jahresbeginn geht es so gut wie nur bergab. Rund ein Drittel Kursverlust schlagen zu Buche. Und die Aktie nähert sich beängstigend dem vorläufigen 12-Jahrestief. Die verschärften Boykottmassnahmen gegen Russland haben in den letzten Tagen wesentlich zu dem Kursmassacker beigetragen. Gerade die USA haben die Schlagzahl erhöht, wobei es den Amerikanern nicht um Moral, sondern nur ums Geschäft geht.

Gazprom produziert ein Sechstel des weltweiten Erdgases. Gleichzeitig kann der Rohstoff über ein ausgedehntes Pipeline-Netz vornehmlich nach Europa und ab 2019 auch nach China geliefert werden. Das ist den Amerikanern ein Dorn im Auge. Deren Exporte müssen auf verflüssigtes Gas auf Schiffen ausweichen. Das kostet. Russland ist der Konkurrent, den es zu schlagen gilt. Europa wiederum ist gut beraten, sich nicht zum Helfershelfer der US-Politik zu machen. Denn von günstigen Gasgrosshandelspreisen profitiert nicht nur der europäische Verbraucher, sondern auch der Wirtschaftsstandort als Handelsplatz, allen voran Deutschland über die geplante Nordwestpipeline Nordstream 2. Die neue Pipelineroute unter der Ostsee soll das Liefervolumen von Gazprom um 55 Milliarden Kubikmeter jährlich erhöhen.

Der Riese Gazprom ist für den angeschlagenen russischen Bären von immenser wirtschaftlicher Bedeutung, weshalb der Staat seine Mehrheit an dem Unternehmen behalten wird. Die Ausschüttungen stützen die Staatskasse, die immer höhere Rentenzahlungen zu begleichen hat. Dividenden spielen also auch für den russischen Staat eine grosse Rolle. Das sollte sich als Stütze erweisen. Auf dem jetzigen Kursniveau errechnet sich eine Rendite von 7 Prozent. Die Dividende ging vor kurzem ab und war kein Schutz vor Kursverlust. Allerdings ist das Geschäftsmodell von Gazprom intakt: Die im Vergleich zu Erdöl umweltfreundliche Energie günstig in Sibirien fördern und dann ebenso günstig durch die Pipelines zu jagen. Konkurrenten dürfen unter staatlicher Aufsicht mitmischen; aber nicht zu bedeutend werden. All das garantiert, dass der Bär bald einmal wieder zum Bullen werden wird. Ein Scheitern von Nordstream 2 aufgrund amerikanischem Druck ist in den jetzigen Aktienkursen bereits eingepreist.»

Gazprom

In Ergänzung seines Bestsellers „100 ganz legale Börsentipps und –tricks“ (4. überarbeitete Auflage) hat der Finanzanalyst Robert Jakob seinen neusten Ratgeber veröffentlicht.

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Noch nie seit dem 2. Weltkrieg haben die staatlichen Autoritäten dermassen stark und willkürlich nach dem Privatvermögen ihrer Bürger gegriffen. Unter dem Deckmantel von Terrorismusbekämpfung, Bankenrettung, ja sogar sozialer Gerechtigkeit, geht es unverblümt ans Portemonnaie. Die Hände, die danach grabschen werden immer länger, weil mit offenen Armen ausgegeben wird, was gerade erst eingenommen wurde. Hilflos kommt sich der „Steuerbürger“ vor, nein teilweise verhöhnt, wenn er sieht, was mit seinem Geld angerichtet wird. Für das wenige, das er besitzt, bekommt er noch nicht einmal einen anständigen Zins. Verständlich, dass er händeringend nach Auswegen sucht. Die Rettungswege werden immer enger, länger und sind oft mit vielerlei Hindernissen verstellt. Aber diese Schwierigkeiten kann man aus dem Weg räumen, und daher gibt es eine Rettung für das sauer verdiente Ersparte. Genau davon handelt dieses Buch.

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Zum Autor:
Robert Jakob ist promovierter Naturwissenschaftler und Buchautor und arbeitete sowohl in der Grundlagenforschung als auch für Verlage, Versicherungen und Banken. Seit Jahrzehnten ist der Wissenschaftler und Kommunikationsspezialist ein ausgewiesener Kenner der Finanzszene. Er leitete nicht nur die Redaktion des Swiss Equity Magazins (einem Tochterunternehmen der NZZ), sondern dortselbst auch das Team der Aktienanalysten.

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