Der Moneycab-Börsenblog: Venezuela vor dem Aus

Der Moneycab-Börsenblog: Venezuela vor dem Aus

Der wöchentliche Blick auf die Wirtschaftswelt von Robert Jakob

Schwere Zeiten für Anleihegläubiger. Venezuela ist nun offiziell ein säumiger Schuldner. Auch nach 30 Tagen Schonfrist wurden am Wochenende die Zinsen in Höhe von 183 Millionen Dollar auf zwei weitere Staatsanleihen nicht bezahlt. Damit hat das südamerikanische Land bereits sechs Auslandsanleihen im Volumen von rund 13,5 Milliarden USD nicht bedient. Zinszahlungen auf weitere 2,5 Milliarden Schulden sind seit 1. respektive 9. Dezember ausstehend. Auch hier dürfte die 30tägige Karenzfrist mit Sicherheit nutzlos verstreichen.

Anleihegläubiger können sich auf ein jahrelanges Verhandlungshickhack einstellen, denn die Umschuldungsverhandlungen werden noch chaotischer verlaufen als ab 2001 diejenigen des bankrotten Argentiniens. Wer darauf spekuliert, dass die reiche, staatlich kontrollierte Erdölgesellschaft Petroleos de Venezuela seine Gläubiger besser behandelt, könnte bös erwachen. Denn PDVSA, so die Abkürzung des Ölgiganten, steht unter der Fuchtel der mittlerweile nicht mehr demokratisch legitimierten Regierung um Präsident Nicolas Maduro. Er greift nicht nur in die Geschäfte von PDVSA ein, sondern auch in die Governance des US-amerikanischen Raffinerie und Tankstellenbetreibers Citgo, welcher von PDVSA kontrolliert wird. Im vergangenen Monat setzte Maduro mit Asdrúbal Chávez den Cousin des ehemaligen Venezuelanischen Staatspräsidenten Hugo Chavez auf den Chefsessel von Citgo. Maduro verfährt mit PDVSA nach Gutsherrenart, und das lässt für die Anleihegläubiger das Schlimmste befürchten. Auch PDVSA steht mit den Zinszahlungen im Ausstand.

Die Fremdwährungsanleihen in US-Dollar von Petroleos de Venezuela und diejenigen des Staates selber werden noch mit rund einem Viertel ihres Nominalwertes gehandelt. Lediglich die in knapp drei Jahren fällige und mit Anteilen am amerikanischen Citgo-Konzern besicherte PDVSA-Anleihe oszilliert noch immer zwischen 70-85%.

In meinen erfolgreichen Anlageratgebern habe ich in den letzten beiden Jahren immer die Anleihen von Uruguay und Argentinien empfohlen. Mit letzteren konnten Sparer fast 100% Gewinn einfahren. Venezuela hingegen blieb für mich immer aussen vor, da die dortige Regierung das Land immer mehr ins Chaos stürzte. Die Chaostage werden in 2018 noch zunehmen. Von Anleihen des Staates Venezuela sollten Anleger die Finger lassen. Die Anleiheschulden von Staatsanleihen in der lokalen Währung Bolivar wird Maduro bedienen, da sie sich wegen der Hyperinflation im Lande von selbst zurückzahlen. Fremdwährungsanleihen kann er gar nicht mehr bedienen, weil die Devisenreserven ausgehen. PDVSA wiederum dürfte in Geiselhaft geraten. Schnäppchenjäger seien gewarnt. Argentinienanleihen konnte man nach dem Staatsbankrot zu 13 Prozent ihres Nominalwertes aufkaufen. Das hat sich zwar gelohnt, aber ob sich die Geschichte bei Venezuela wiederholt, ist zweifelhaft.


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Zum Autor:
Robert Jakob ist promovierter Naturwissenschaftler und Buchautor und arbeitete sowohl in der Grundlagenforschung als auch für Verlage, Versicherungen und Banken. Seit Jahrzehnten ist der Wissenschaftler und Kommunikationsspezialist ein ausgewiesener Kenner der Finanzszene. Er leitete nicht nur die Redaktion des Swiss Equity Magazins (einem Tochterunternehmen der NZZ), sondern dortselbst auch das Team der Aktienanalysten.

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