Bundesbank: Weber schliesst weitere Amtszeit aus

Axel Weber

Bundesbank-Präsident Axel Weber.

Frankfurt am Main – Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, hat Kreisen zufolge eine weitere Amtszeit als Chef der Notenbank definitiv ausgeschlossen. Wie am Mittwoch aus seinem direkten Umfeld verlautete, sieht Weber seine Aufgabe als weitgehend erfüllt an.

Die unmittelbare Finanz- und Wirtschaftskrise sei bewältigt und die mittlerweile eingesetzte Beruhigung der europäischen Finanzmärkte dürfte sich fortsetzen. Auch innerhalb der Bundesbank sind nach Webers Ansicht die wichtigsten Weichen gestellt, die umfassende Strukturreform sei auf der Zielgeraden. Damit nahe nun der geeignete Zeitpunkt, die Bundesbank auch personell für das neue Jahrzehnt aufzustellen. Dies geschehe in engster Abstimmung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Wechsel zur Deutschen Bank…
Der 53 Jahre alte Wirtschaftsprofessor führt die Bundesbank seit dem 30. April 2004, die Amtszeit beträgt acht Jahre. In Finanzkreisen verdichteten sich am Mittwoch Spekulationen, Weber könnte zur Deutschen Bank wechseln, um dort Konzernchef Josef Ackermann zu beerben. Ackermann hört spätestens zur Hauptversammlung 2013 auf. Zu einem möglichen Wechsel Webers zur grössten deutschen Bank wollten sich weder die Bundesbank noch die Deutsche Bank äussern. Weber selbst verzichtete auf eine persönliche Erklärung zu seiner beruflichen Zukunft.

…oder doch zur EZB?
Weber wurde neben seinem italienischen Amtskollegen Mario Draghi immer wieder als einer der heissesten Anwärter für den Chefsessel der Europäischen Zentralbank (EZB) gehandelt. Der Nachfolger von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet soll am 1. November sein Amt antreten. Gegen eine mögliche Berufung Webers auf den europäischen Spitzenposten gibt es jedoch Vorbehalte. Der gebürtige Pfälzer tritt als geldpolitischer Hardliner auf und hatte sich im vergangenen Jahr mehrfach kritisch zum Kurs der EZB in der Schuldenkrise geäussert.

Kanzler-Berater Favorit für Weber-Nachfolge
Der wirtschaftspolitische Berater der Kanzlerin, Jens Weidmann, ist laut einem Pressebericht offenbar aussichtsreicher Kandidat als Nachfolger für den möglicherweise ausscheidenden Bundesbank-Chef Axel Weber. Nach Informationen der „BILD“-Zeitung (Donnerstagausgabe) gilt der 42 Jahre alte Weidmann sowohl in Regierungskreisen als auch in Bundesbank-Kreisen als Favorit. Weber will nach Informationen der Zeitung sein Amt bereits im Sommer diesen Jahres niederlegen.

„Ziehvater“ Weidmanns
Der noch amtierende Bundesbank-Chef gilt als „Ziehvater“ Weidmanns. Er hatte den Kanzler-Berater vor Jahren in die Bundesbank geholt, ihm dort die Abteilung Geldpolitik anvertraut und ihn später Angela Merkel als wichtigsten wirtschaftspolitischen Berater empfohlen. Neuer Bundesbank-Vize soll nach „BILD“-Informationen Joachim Nagel werden. Er war erst vor wenigen Monaten als Nachfolger Thilo Sarrazins in den Vorstand der Bundesbank eingetreten. (awp/mc/upd/ss)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.