Dividendenzahlungen machen rund 40% der Wertsteigerung bei Aktien aus

Jörg de Vries-Hippen
Jörg de Vries-Hippen, CIO Equity Europe bei Allianz Global Investors. (Foto: zvg)

Jörg de Vries-Hippen, Chefanlagestratege Europäische Aktien bei Allianz Global Investors.

Frankfurt am Main – Eine Untersuchung von Allianz Global Investors zeigt, dass Aktien von Unternehmen, die regelmässig Dividenden ausschütten, weniger schwankungsanfällig sind. In den letzten 40 Jahren gingen 40% der Wertsteigerung von Aktien auf das Konto von Dividendenzahlungen. Anleger, die kontinuierliche Erträge suchen, sollten Dividendenaktien in ihrem Portfolio berücksichtigen.  

In vielen Ländern liegt die durchschnittliche Dividendenrendite bereits höher als die Rendite auf 10-jährige Staatsanleihen. Insbesondere europäische Aktiengesellschaften schütten im Vergleich zu Firmen jenseits des Atlantiks grosszügige Dividenden aus. Und seit über zwei Jahren gibt es für europäische Unternehmen im Schnitt eine deutlich höhere Rendite über die Dividendenzahlungen als für die Anleihen der Unternehmen.1
1 Dividenden des MSCI Europe im Vergleich zu BofA EMU Large Caps; Quelle: Datastream 3.2.2014

«Bei Vorständen von Aktiengesellschaften in Europa hat die Nachhaltigkeit von Dividendenausschüttungen inzwischen einen festen Platz auf der Agenda.»
Jörg de Vries-Hippen, Chefanlagestratege Europäische Aktien bei Allianz Global Investors

Positiver Ausblick für Dividenden
Aufgrund der freundlichen Gewinnentwicklung nach der Finanzkrise sind die Ausschüttungsquoten der Konzerne deutlich gesunken. In Europa fällt das Verhältnis von ausbezahlter Dividende zum Gewinn je Aktie mit etwa 55% im historischen Vergleich moderat aus. Studienautor Dennis Nacken folgert: „Der Spielraum für weitere zukünftige Dividendenerhöhungen bleibt somit für die Unternehmen unverändert vorhanden.“ Die Untersuchung hebt zudem den Signaleffekt von Dividendenausschüttungen hervor, die sehr sorgfältig von den Marktteilnehmern beobachtet werden. So wird die Rücknahme eines Dividendenziels als beunruhigend wahrgenommen. In der Praxis waren denn auch Dividendenzahlungen deutlich geringeren Schwankungen unterworfen als die Unternehmensgewinne, wie Daten aus den USA seit 1900 zeigen.

Jedoch sollten Anleger nicht ausschliesslich auf Dividendenzahlungen achten, warnt Dennis Nacken: „Vielmehr sollte neben einer aktionärsfreundlichen Unternehmenspolitik vor allem das Geschäftsmodell nachhaltige Erträge erwarten lassen. Faktoren wie Marktanteile, Eintrittsbarrieren für Wettbewerber oder Preissetzungsmacht spielen dabei eine wichtige Rolle. Stimmt das Geschäftsmodell, können solche Unternehmen eine Inflation über Preiserhöhungen wettmachen. Das steigert den Gewinn und letztlich die Dividende.“

Dividendenpolitik – ein Gradmesser für die Solidität der Gewinnprognosen
Jörg de Vries-Hippen, Chefanlagestratege Europäische Aktien bei Allianz Global Investors, kommentiert die Ergebnisse der Untersuchung: “Investoren werden ihr Augenmerk weiter auf Dividendenaktien richten. Es gibt nach wie vor attraktive Unternehmen mit einer moderaten Bewertung, die eine überdurchschnittliche Dividendenrendite zahlen. Anleger, die in Zeiten finanzieller Repression nach realen Renditen suchen, sollten lernen, Dividendenausschüttungen als möglichen Ersatz für den Zinscoupon zu sehen, den sie erwirtschaften müssen. Bei Vorständen von Aktiengesellschaften in Europa hat die Nachhaltigkeit von Dividendenausschüttungen inzwischen einen festen Platz auf der Agenda.  Und es wird auf der Agenda bleiben, denn die Unternehmen haben damit ein überzeugendes Instrument in der Hand, um das Vertrauen ihrer Aktionäre zu gewinnen. Dieser Weg ist sicherlich nicht einfach, da er sehr viel Disziplin erfordert. Die gute Nachricht für Investoren ist aber, dass es wahrscheinlich keinen besseren Indikator für die Solidität der Gewinnprognosen eines Unternehmens gibt als deren Dividendenpolitik.”

Der von Jörg de Vries-Hippen und Neil Dwane gemanagte Fonds Allianz European Equity Dividend weist derzeit eine durchschnittliche Dividendenrendite von 5,0% auf.

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