EZB-Präsident Draghi sieht Konjunkturrisiken

Mario Draghi
EZB-Präsident Mario Draghi. (Foto: EZB/Flickr)

Frankfurt am Main – In der Eurozone hat sich die Konjunkturflaute des vergangenen Jahres nach Einschätzung des Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, im laufenden Jahr fortgesetzt. Die Risiken für den konjunkturellen Ausblick seien nach wie vor abwärts gerichtet, sagte Draghi am Mittwoch in einer Rede in Frankfurt. Ursache hierfür sei vor allem eine Unsicherheit in der Weltwirtschaft, die sich auf die Exportwirtschaft des Währungsraums ausgeweitet habe.

Draghi machte deutlich, dass die Geldpolitik der EZB vor dem Hintergrund der Risiken für die Konjunktur weiterhin extrem locker bleiben werde. Nach wie vor sei eine «substantielle Unterstützung durch die Geldpolitik notwendig». Mit der weiter lockeren Geldpolitik werde sichergestellt, dass sich die Inflation wieder dem anvisierten Ziel annähere, sagte Draghi. Die EZB hatte zuletzt deutlich gemacht, dass die Leitzinsen noch mindestens bis zum Ende des Jahres auf dem aktuellen Rekordtief bleiben werden.

Noch viele Pfeile im Köcher
Draghi betonte ausserdem, dass die EZB noch reichlich Potenzial habe, auch auf mögliche neue Risiken zu reagieren: «Es fehlt uns nicht an Instrumenten, um unser Mandat zu erfüllen.» Hauptziel der EZB ist, die Inflationsrate mittelfristig bei knapp unter 2,0 Prozent zu verankern.

Etwaige Nebenwirkungen der Negativzinsen mildern
«Falls notwendig, müssen wir über mögliche Massnahmen nachdenken, die die günstigen Auswirkungen negativer Zinssätze für die Wirtschaft aufrechterhalten und zugleich etwaige Nebenwirkungen mildern können», sagte Draghi. Er betonte zugleich: «Allerdings ist die geringe Rentabilität der Banken keine unvermeidliche Folge negativer Zinssätze.»

Geldverdienen fällt vielen Banken im aktuellen Niedrigzinsumfeld schwer. Parken die Institute Geld bei der EZB, müssen sie dafür sogar 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Die Notenbank hatte bei ihrer jüngsten Zinssitzung vor drei Wochen die erste Zinserhöhung mindestens bis ins Jahr 2020 verschoben. (awp/mc/pg)

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