EU büsst Grossbanken wegen Manipulation von Franken-Zinsderivaten

Gericht, Urteil

Brüssel – Die EU-Kommission spricht in einem Vergleich gegen die Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie JPMorgan (JPM) Geldstrafen von insgesamt 32,3 Mio EUR im Zusammenhang mit Preisabsprachen bei kurzfristigen Franken-Zinsderivaten aus. Des weiteren büsst sie JPMorgan wegen der Manipulation des Schweizer-Franken-Libors.

Wie die Kommission am Dienstagnachmittag mitteilte, handle es sich um zwei Kartellverstösse. Zum Einen seien Absprachen zwischen der Royal Bank of Scotland (RBS) und JPMorgan bei Derivaten basierend auf dem Franken-Libor geahndet worden. Zum Anderen wurden Bussen wegen Absprachen zwischen RBS, JPM, UBS und CS bei Geld-Brief-Spannen (Spreads) im Handel mit kurzfristigen Franken-Zinsderivaten ausgesprochen.

Der grösste Teil der Busse entfalle mit 72,2 Mio auf JPMorgan (61,7 Mio für Libor-Fall und 10,5 Mio im Spread-Fall), schreibt die Kommission weiter. JPMorgan wird vor allem vorgeworfen, den Libor-Referenzzinssatz für Schweizer Franken von 2008 bis 2009 manipuliert zu haben.

UBS und CS mit 12,7 Mio bzw. 9,2 Mio EUR gebüsst
Die UBS und die CS wurden mit 12,7 Mio beziehungsweise 9,2 Mio EUR im Spread-Fall gebüsst. Sie hätten die Geld-Brief-Spreads für Zinsderivate in Schweizer Franken manipuliert, hiess es. Derweil wurde gegen RBS in beiden Fällen keine Strafe ausgesprochen, da die Bank die Manipulationen gemeldet habe.

Die CS teilte derweil in einer Stellungnahme mit, dass sie nach Gesprächen mit der EU-Kommission den Entscheid gefällt habe, diese Angelegenheit in einem Vergleich beizulegen. Dies sei so gewählt worden, um langwierige Rechtsverfahren zu vermeiden.

Die nun von der EU ausgesprochene Strafe folgt auf die Ende 2013 im Libor-Skandal gegen mehrere Grossbanken (Deutsche Bank, Royal Bank of Scotland, Société Générale, Citigroup, JPMorgan) ausgesprochene Rekordstrafe von 1,71 Mrd EUR. Damals wurden Manipulationen an dem für den Euro wichtigen Referenzzinssatz Euribor sowie an Libor-Angeboten in Yen und zum japanischen Tibor geahndet. Die UBS und Barclays kamen damals um eine Strafe herum, weil sie die Kartellwächter über die Manipulation informiert hatten. (awp/mc/ps)

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