EU ruft Banken zu mehr Anstrengung auf

Olli Rehn

EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Brüssel – Nach den Stresstests hat die EU die durchgefallenen Banken zu mehr Anstrengungen aufgerufen. Die acht gescheiterten Geldhäuser müssten ebenso wie Banken, die schlecht abgeschnitten haben, ihr Eigenkapital sobald wie möglich aufstocken.

«Wir erwarten, dass sie die notwendigen Massnahmen ergreifen», schrieben EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier und EU-Währungskommissar Olli Rehn in einer am Freitag in Brüssel veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. «Die Sanierung des EU-Bankensektors ist ein wichtiger Teil der umfangreichen Antwort auf die aktuelle Krise.» Dabei sollten die Banken zunächst eigenständig Lösungen finden. Ansonsten müsse der Staat mit Finanzspritzen wie schon in der Bankenkrise 2008 einspringen. Die Europäische Zentralbank (EZB) rief die nationalen Verantwortlichen dazu auf, ihre Zusagen für Hilfsmassnahmen «voll und ganz umzusetzen.»

Weitere Vorgaben aus Brüssel in Planung
Die EU sieht die Tests, die seit vergangenem Jahr regelmässig durchgeführt werden, als Mittel der Disziplinierung an. Im Vorfeld hätten bereits viele Banken ihre Bilanzen gestärkt. Weitere Vorgaben aus Brüssel sind schon in der Planung: Kommende Woche will die EU-Behörde eine neue Richtlinie zur Eigenkapitalausstattung von Banken und Investmentfirmen vorlegen.

«Wir haben unser Haus noch nicht aufgeräumt»
Der Vorsitzende der Europäischen Bankenaufsicht EBA, Andrea Enria, wertet die Ergebnisse als Beleg dafür, dass die Bankenbranche noch nicht ausreichend gegen Krisensituationen gewappnet ist: «Wir haben unser Haus noch nicht aufgeräumt», sagte Enria nach Bekanntgabe der Ergebnisse in London. Solche Aktionen seien wichtig, um Schwachstellen im System aufzudecken, meinte der EU-Spitzenbeamte Jonathan Faull: «Es geht darum, dort hinzuleuchten, wo bisher nicht hingeleuchtet wurde.» Alle 24 Banken, die den Test nicht oder nur knapp bestanden hätten, würden nun von den Aufsehern besonders aufmerksam überwacht. (awp/mc/ps)

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