GAM will nach Rekordverlust Finanzziele erst 2024 erreichen

Peter Sanderson
GAM-CEO Peter Sanderson. (Foto: GAM)

Zürich – Der Vermögensverwalter GAM hat das vergangene Jahr 2020 wie angekündigt mit einem hohen Verlust abgeschlossen. GAM hält nun an den Finanzzielen fest, verschiebt ihr Erreichen aber ins Jahr 2024. Auf eine Dividendenausschüttung verzichtet das Unternehmen.

Die GAM Holding hat wie im Januar vorgewarnt aufgrund von Goodwill-Abschreibungen in der Bilanz 2020 einen Konzernverlust nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS von 388,4 Millionen Franken verbucht. Der Verlust wird hauptsächlich von einer Wertminderung auf Goodwill verursacht. Dieser war primär im Rahmen der Übernahme von GAM durch Julius Bär im Jahr 2005 und durch UBS im Jahr 1999 gebildet worden.

Wie die Gruppe am Donnerstag weiter mitteilte, fiel auch operativ ein Verlust von 14,9 Millionen Franken an verglichen mit einem Gewinn von 10,5 Millionen im Jahr davor an. Dafür konnte GAM die Kosten gegenüber 2019 stärker als erwartet senken, nämlich um 71,6 Millionen.

Unterschiedliche Entwicklung bei den Verwalteten Vermögen
Die verwalteten Vermögen gingen insgesamt um acht Prozent zurück und betrugen Ende Jahr noch 122 Milliarden Franken. Dabei stiegen sie im Bereich Private Labelling (PL) um gut zwei Prozent auf 86,1 Milliarden Franken. Sie dürften dieses Jahr zurückgehen, da GAM bekanntlich einen Kunden mit einem Vermögen von 21,5 Milliarden Franken (Ende 2020) verlieren wird. Das Vermögen soll voraussichtlich im zweiten Halbjahr auf einen neuen Anbieter übertragen werden.

Im Investment Management gingen die Vermögen derweil um ein Viertel auf 35,9 Milliarden zurück. Hier ergab sich aber ein Lichtblick. Im Schlussquartal konnte GAM erstmals seit 2018 wieder Gelder anziehen.

Finanzziele bestätigt aber verschoben
An den bisherigen Finanzzielen hält GAM fest. So soll ein operativer Gewinn vor Steuern von 100 Millionen Franken und eine operative Marge von 30 Prozent erzielt werden. GAM sieht sich hier auf gutem Weg. Das Marktumfeld dürfte volatil, die Kundennachfrage jedoch robust bleiben, heisst es. Aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Geschäft erwartet das Unternehmen aber neu, dass die Finanzziele erst im Geschäftsjahr 2024 erreicht werden.

Die Aktionäre sollen in diesem Kontext leer ausgehen und auch die Konzernleitung leistet Verzicht. So gibt es hier keine Bonuszahlungen. Und angesichts des Marktumfelds verzichtet der Verwaltungsrat dauerhaft auf einen Teil seiner Honorare.

Das Investmenthaus ist seit der Entlassung eines Managers im Jahr 2018 und der Schliessung der von ihm betreuten Fonds angeschlagen. (awp/mc/ps)

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