Global View der Bank J. Safra Sarasin: Keine Alternative zu Aktien

Philipp E. Bärtschi

Philipp E. Bärtschi, Leiter Research und Chefstratege der Bank J. Safra Sarasin.

Basel – Das wirtschaftliche Umfeld hat sich im dritten Quartal spürbar verbessert. Das bevorstehende «Tapering» der US-Notenbank geht Hand in Hand mit den besseren Gewinnaussichten für die Unternehmen. Trotz Rekordständen in einigen Aktienmärkten ist das Potenzial daher noch nicht ausgeschöpft. Die Bank J. Safra Sarasin rechnet damit, dass Aktien im vierten Quartal die beste Performance ausweisen werden und empfiehlt daher eine deutliche Übergewichtung in einem gemischten Portfolio. Anleihen und Rohstoffanlagen sollten jedoch untergewichtet werden, da diese unter steigenden Zinsen leiden.

Die Weltkonjunktur hat im dritten Quartal an Schwung gewonnen. Das Ende der Rezession in Euroland und eine Stabilisierung der chinesischen Konjunktur trugen zu dieser globalen Aufhellung bei. Die wichtigste Stütze für die globale Wirtschaft war jedoch die starke Erholung der US-Konjunktur. Die Bank J. Safra Sarasin erwartet, dass sich das robuste Wirtschaftswachstum in den USA im vierten Quartal fortsetzen wird, so dass die US-Notenbank mit dem Tapering beginnen kann. Sie wird aber gleichzeitig alles daran setzen, um die Zinserwartungen niedrig zu halten. Für die Euroland-Wirtschaft liegt lediglich ein blutarmer Aufschwung drin. Vor diesem Hintergrund wird die Europäische Zentralbank ebenfalls darauf erpicht sein, die Zinserwartungen gedämpft zu halten, um den Aufschwung nicht zu gefährden. Die Schwellenländer dürften getrennte Wege gehen. Während sich Chinas Wirtschaftswachstum gegen Ende Jahr beschleunigen sollte, sehen wir die «Fragile Five» im vierten Quartal weiter unter Druck.

«Mit der Wende bei den globalen Frühindikatoren im dritten Quartal haben wir die Gewichtung von Aktien im August stark aufgebaut. Wir rechnen damit, dass die Aktienmärkte dank steigenden Gewinnschätzungen weiteres Potenzial haben. Im Vergleich zu Aktien sind die meisten übrigen Anlageklassen uninteressant. Innerhalb der Anleihen sehen wir das grösste Potenzial in Schwellenländer-, Hochzins- und Wandelanleihen.»
Philipp E. Bärtschi, Chefstratege und Leiter Research der Bank J. Safra Sarasin

Aktienstrategie: Potenzial nicht ausgeschöpft
Bessere globale Makroindikatoren sind hauptverantwortlich für die positive Einstellung gegenüber Aktien. Da der zyklische Aufschwung erst begonnen hat, dürften die Aktienmärkte auch im vierten Quartal steigen. Die bessere wirtschaftliche Lage dürfte die Gewinnentwicklung auf globaler Ebene verbessern und so die höheren Bewertungen rechtfertigen und sogar weiteres Aufwärtspotenzial eröffnen. Bis ins dritte Quartal haben Schwellenländer im Vergleich zu den Industrieländern deutlich schwächer abgeschnitten. Die relativ tiefe Bewertung und die negative Stimmung gegenüber den Emerging Markets deuten auf eine Bodenbildung hin. Die Bank J. Safra Sarasin hat daher die Gewichtung im dritten Quartal wieder auf neutral angehoben. Eine bessere globale Konjunktur und leicht steigende Zinsen dürften im vierten Quartal zu besseren Aktienrenditen bei zyklischen Sektoren führen. Die zyklischen Sektoren Industrie und Technologie profitieren besonders von der erhöhten Investitionsaktivität.

Anleihenstrategie: Hochzinsanleihen bleiben attraktiv
Vor dem Hintergrund der Tapering-Diskussionen sind die Renditen im dritten Quartal weiter angestiegen. Im vierten Quartal erwarten wir nun eine Konsolidierung. In Euroland könnten die Risikoprämien noch einmal ansteigen, wenn im vierten Quartal die strukturellen Herausforderungen der Peripherie wieder stärker in den Vordergrund rücken. Schwellenländeranleihen dürften eine unterschiedliche Entwicklung erleben: Während wir für Länder mit tiefer Inflation eine Erholung im Anleihenmarkt sehen, sind wir für die Anleihen der «Fragile Five» vorsichtig. In einer Welt tiefen Wachstums, tiefer Inflation und lockerer Geldpolitik sehen wir weiterhin Opportunitäten bei Unternehmensanleihen. Allerdings divergieren die regionalen Renditen zunehmend und widerspiegeln die unterschiedlichen Wachstumsaussichten. In diesem Umfeld bieten die europäischen Kreditmärkte weiterhin das beste Rendite/Risiko-Profil. Dabei erwarten wir eine anhaltende Mehrrendite von Hochzinsanleihen.

Währungen: Schweizer Franken in enger Bandbreite
Die Bank J. Safra Sarasin erwartet im vierten Quartal den Beginn der Rückführung der expansiven US-Geldpolitik. Dies sollte den US-Dollar mittelfristig stärken. Der Euro ist anfällig für Enttäuschungen, falls die Politik keine Fortschritte vorweisen kann. Die expansive Geldpolitik der japanischen Zentralbank wird die Yen-Nachfrage schwächen, während der Franken in einer engen Bandbreite verharren dürfte. Beim Pfund setzen strukturelle Probleme einen Dämpfer. Schwellenländerwährungen mit hohen strukturellen Ungleichgewichten sollten nach Einschätzung der Bank J. Safra Sarasin weiterhin gemieden werden. Gesundheitsdienstleistungen einher. Bereiche mit besonders hohem Wachstum werden Krankheiten wie Diabetes, Arthrose, Gelenkersatz, Bluthochdruck, Gefässverschlusskrankheiten und Alzheimer sein. Auch die Nachfrage nach nicht kassenpflichtigen Gesundheitsangeboten aus den Bereichen Ernährung, Fitness, Prävention, Wellness und Informationstechnologie wird sich verstärken. Die Bank J. Safra Sarasin erwartet, dass Unternehmen aus verschiedensten Gesundheitsbereichen von diesen strukturellen Veränderungen profitieren werden. (Bank J. Safra Sarasin/mc/ps)

Safra Sarasin Gruppe – Nachhaltiges Schweizer Private Banking seit 1841
Die internationale, der Nachhaltigkeit verpflichtete Bankengruppe ist an mehr als 25 Standorten in Europa, Asien, dem Mittleren Osten und Lateinamerika vertreten. Die J. Safra Sarasin Gruppe steht weltweit für ihre Private-Banking-Tradition, hohe Sicherheit und gut geführtes, konservatives Wachstum im besten Sinne ihrer Kunden. Per Ende Dezember 2012 betreute sie Kundenvermögen von rund CHF 130 Mia., beschäftigte über 2 000 Mitarbeitende und verfügte über Eigenkapital von etwa CHF 3,4 Mia.

Safra Gruppe
Die Safra Gruppe verfügt über einen hochangesehenen Namen im globalen Private Banking und darf auf eine erfolgreiche, langjährige Geschichte zurückblicken. Zu den Safra Banken gehören die
J. Safra Sarasin Holding und ihre Tochtergesellschaften, die Banco Safra und die Safra National Bank of New York. Alle verfügen über eine solide finanzielle Grundlage. Per Dezember 2012 wies die Safra Gruppe gesamthaft Eigenmittel von rund USD 12,9 Mia. sowie verwaltete Kundenvermögen in der Höhe von USD 200 Mia. aus. Die Banken der Safra Gruppe sind weltweit an 156 Standorten vertreten und beschäftigen über 7 700 Mitarbeitende.

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