Helvetia bleibt für seine BVG-Kunden weiterhin ein verlässlicher Partner

Donald Desax
Donald Desax, Leiter Berufliche Vorsorge Schweiz und Mitglied der Konzernleitung von Helvetia. (Foto: Helvetia)

Basel – Helvetia Versicherungen hat 2017 im Geschäft der Beruflichen Vorsorge in der Schweiz ein solides Ergebnis erzielt. Trotz der unverändert realitätsfremden Parameter in der zweiten Säule hält Helvetia an ihrer breiten Angebotspalette fest. Im Geschäft mit der Vollversicherung werde jedoch weiterhin mit grosser Zurückhaltung agiert, teilte der Versicherer am Donnerstag mit.

Im vergangenen Jahr hat Helvetia Versicherungen im Geschäft mit der Beruflichen Vorsorge in der Schweiz Prämien im Umfang von CHF 2 564 Mio. eingenommen, gegenüber CHF 2 661 Mio. im Vorjahr, was einem Rückgang von 3.6 Prozent entspricht. Während sich die periodischen Prämien mit einem leichten Zuwachs von 0.5 Prozent stabil entwickelten, verzeichneten die Einmaleinlagen einen Rückgang um 7.2 Prozent auf CHF 1 342 Millionen. Der Rückgang ist auf den Wegfall eines Einmaleffektes aus dem Vorjahr aber auch auf die zurückhaltende Zeichnung von Neugeschäft zurückzuführen.

Stabile Überschussbeteiligungen
In dem der Mindestquote unterstellten Geschäft wurden für die Versicherten Leistungen im Umfang von CHF 557.4 Mio. erbracht. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 90.6 Prozent. Das Betriebsergebnis erreichte CHF 57.8 Mio. und fiel somit um 3.8 Prozent tiefer aus als im Vorjahr. Bei den Geschäften, die nicht der Mindestquote unterstellt sind, betrug die Ausschüttungsquote 93.1 Prozent.

Bei den Überschussbeteiligungen an die Versicherten hat Helvetia wiederum auf Kontinuität und Stabilität geachtet. In dem der Mindestquote unterstellten Geschäft wurden die Guthaben des BVG-Obligatoriums mit dem Mindestzins von 1 Prozent verzinst. Den überobligatorischen Guthaben konnten 0.75 Prozent gutgeschrieben werden. Zudem wurde ein Risikoüberschuss von 5 Prozent der Risikoprämien ausgeschüttet.

Hauptsächlich wegen den steigenden Anforderungen an die Verwaltung durch die regulatorischen Vorgaben und wegen verschiedenen Vorkehrungen rund um die inzwischen gescheiterte Reform Altersvorsorge 2020 ist der Betriebsaufwand um CHF 11 Mio. auf CHF 99.7 Mio. gestiegen. Der Aufwand pro aktiv versicherte Person nahm um CHF 51 auf CHF 479 zu. Die Vermögensverwaltungskosten einschliesslich der Verwaltung der Immobilien blieben mit einem Anteil von 0.3 Prozent an den Kapitalanlagen nahezu stabil. Die Netto-Performance auf den verwalteten Vermögen erreichte zu Marktwerten 1.66 Prozent gegenüber 2.29 Prozent im Vorjahr.

Verrentungsverluste wachsen weiter an
Die Zahl der Versicherten stieg um 1.7 Prozent auf 226 168. Derweil nahm die Anzahl Kollektivverträge leicht um 311 auf 17 498 ab. Vor allem bei der Zeichnung von Neugeschäft in der Vollversicherung ist Helvetia weiterhin sehr zurückhaltend. Der Grund dafür liegt in den realitätsfremden Parametern. Angesichts des viel zu hohen Umwandlungssatzes im BVG-Obligatorium kam es auch im vergangenen Jahr wieder zu massiven Quersubventionierungen von den aktiv Versicherten zu den Rentenbezügern. Laut Berechnungen von Helvetia erreichten sie im vergangenen Jahr über CHF 160 Mio. und machten so rund 80 Prozent der Risikoprämien der aktiv Versicherten aus.

Mit dem geltenden Umwandlungssatz von 6.8 Prozent im BVG-Obligatorium machten die Verrentungsverluste rund 34 Prozent des verrenteten Altersguthabens aus. Das Altersguthaben jedes Neurentners, jeder Neurentnerin muss somit pro CHF 100 000 um rund CHF 34 000 verstärkt werden, damit die Rente bis ans Lebensende gewährleistet werden kann. Dauert die Tiefzinsphase weiter an und werden die Rahmenbedingungen nicht angepasst, so könnten die sogenannten Umwandlungssatzverluste gemäss Modellberechnungen bis 2027 um bis zum Dreifachen ansteigen.

Die Reform in der 2. Säule ist dringend
Nachdem die Reform Altersvorsorge 2020 vom Schweizer Stimmvolk verworfen wurde, hat Helvetia unter dem Titel «Berufliche Vorsorge 2020» ein Projekt zur Anpassung des Geschäfts in der 2. Säule an die bestehenden Rahmenbedingungen in Angriff genommen. Donald Desax, Leiter Berufliche Vorsorge Schweiz und Mitglied der Konzernleitung von Helvetia betont: «Helvetia setzt alles daran, den KMU in der Schweiz weiterhin eine breite Palette an Lösungen in der 2. Säule bieten zu können, namentlich die Vollversicherung, teilautonome Angebote und reine Risikoversicherungen.»

Nebst den eigenen Anstrengungen ist jedoch die Reform in der 2. Säule unverändert dringend. «Es braucht zwingend eine Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes. Und diese Reform muss unbedingt parallel mit der AHV-Reform vorangetrieben werden», stellt Donald Desax klar.

Über die Helvetia Gruppe
Die Helvetia Gruppe ist in 160 Jahren aus verschiedenen schweizerischen und ausländischen Versicherungsunternehmen zu einer erfolgreichen, internationalen Versicherungsgruppe gewachsen. Heute verfügt Helvetia über Niederlassungen im Heimmarkt Schweiz sowie in den im Marktbereich Europa zusammengefassten Ländern Deutschland, Italien, Österreich und Spanien. Ebenso ist Helvetia mit dem Marktbereich Specialty Markets in Frankreich und über ausgewählte Destinationen weltweit präsent. Schliesslich organisiert sie Teile ihrer Investment- und Finanzierungsaktivitäten über Tochter- und Fondsgesellschaften in Luxemburg und Jersey. Der Hauptsitz der Gruppe befindet sich im schweizerischen St.Gallen.

Helvetia ist im Leben- und im Nicht-Lebengeschäft aktiv; darüber hinaus bietet sie massgeschneiderte Specialty-Lines-Deckungen und Rückversicherungen an. Der Fokus der Geschäftstätigkeit liegt auf Privatkunden sowie auf kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zum grösseren Gewerbe. Die Gesellschaft erbringt mit rund 6 600 Mitarbeitenden Dienstleistungen für mehr als 5 Millionen Kunden. Bei einem Geschäftsvolumen von CHF 8.64 Mrd. erzielte Helvetia im Geschäftsjahr 2017 ein Ergebnis aus Geschäftstätigkeit von CHF 502.4 Mio. Die Namenaktien der Helvetia Holding werden an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange AG unter dem Kürzel HELN gehandelt.

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