Helvetia Schweiz erzielt in der beruflichen Vorsorge erneut ein solides Ergebnis

Philipp Gmür

Philipp Gmür, CEO Helvetia Schweiz. (Foto: Helvetia)

Basel – Im Geschäftsjahr 2015 hat Helvetia Schweiz erneut ein Wachstum bei den wichtigen periodischen Prämien in der beruflichen Vorsorge erzielt. Bei den Einmaleinlagen hat Helvetia im aktuellen Niedrigzinsumfeld nur zurückhaltend Neugeschäft gezeichnet, weshalb hier ein Rückgang resultierte. Im Vergleich zum Vorjahr konnte Helvetia die Kosten deutlich senken.

Helvetia Schweiz hat im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Prämienvolumen von CHF 2 546 Mio. erneut ein solides Ergebnis im Bereich berufliche Vorsorge erzielt. Die Nachfrage nach Vollversicherungslösungen war anhaltend hoch. Daher wuchs Helvetia Schweiz bei den für die nachhaltige Entwicklung wichtigen periodischen Prämien um CHF 17.3 Mio. bzw. 1.7 Prozent. Im aktuellen Tiefzinsumfeld zeichnete Helvetia nur zurückhaltend Neugeschäft. Daher sanken die Einmaleinlagen um CHF 121.2 Mio. bzw. 8.3 Prozent. Dies führte zu einer Reduktion des Geschäftsvolumens um CHF 103.9 Mio. oder 3.9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Anzahl der Kollektivverträge blieb mit 17 826 nahezu unverändert (2014: 17 802). Hingegen stieg die Anzahl der Versicherten um 1.5 Prozent auf 219 155.

Schwierige Rahmenbedingungen erfordern Reformen
Insbesondere die Entwicklung bei den Einmaleinlagen zeigt die schwierigen Rahmenbedingungen in der beruflichen Vorsorge auf. Neben dem anhaltenden Tiefzinsniveau, der Einführung von Negativzinsen, den volatilen Aktienmärkten und dem Anlagenotstand stellt auch der deutlich zu hohe Renten-Umwandlungssatz von 6.8 Prozent eine Herausforderung dar. Letzteres führt zu einer massiven Quersubventionierung von den Aktiven zu den Pensionierten. Philipp Gmür, CEO von Helvetia Schweiz, warnt daher: «Wir brauchen Rahmenbedingungen, die es erlauben, das Geschäft mit der beruflichen Altersvorsorge weiterhin im Kapitaldeckungsverfahren zu betreiben. Die Reform Altersvorsorge 2020 ist notwendig und dringend.»

Als zentral bei der Reform Altersvorsorge 2020 erachtet Helvetia die Senkung des Umwandlungssatzes mit Ausgleichsmassnahmen sowie ein einheitliches Rentenalter für Mann und Frau von 65 Jahren. Jedoch enthält das Reformpaket auch Massnahmen, die Helvetia ablehnt: Um die weiterhin bestehenden Ungleichgewichte ausgleichen zu können, müssen die Lebensversicherungen ihre Spar-, Risiko- und Kostenprozesse auch zukünftig frei gestalten können. «Separate Spar-, Risiko-, und Kostenüberschüsse würden keinen Beitrag zum Erreichen des Reformzieles leisten, aber die Garantielösungen der Lebensversicherer und damit die Wahlfreiheit sowie die Rentensicherheit für KMU und deren Mitarbeitende gefährden», erklärt Donald Desax, Leiter des Bereichs Kollektivleben bei Helvetia Schweiz.

Solide Anlageerträge
2015 erwirtschaftete Helvetia in der beruflichen Vorsorge bei Anlagerträgen in der Höhe von CHF 402.6 Mio. eine gebuchte Rendite von 2.45 Prozent (2014: 2.86 Prozent). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist auf die ausserordentlich tiefen Zinsen zurückzuführen, zu denen die Neu- und Wiederanlagen getätigt werden müssen.

Die Anlageperformance zu Marktwerten erreichte 1.88 Prozent. Aufgrund der schwächeren Aktien- und Obligationenmärkte liessen sich die Spitzenwerte von 2014 nicht mehr erzielen. Im Vergleich zu den einschlägigen BVG-Benchmarks konnte aber eine komfortable Mehrrendite erzielt werden.

Ausschüttungsquote von 90.5 Prozent
In dem der Mindestquote unterstellten Geschäft, im Wesentlichen sind das Vollversicherungslösungen, schüttete Helvetia im vergangenen Jahr 90.5 Prozent der Bruttoeinnahmen von CHF 645 Mio. an die Versicherten aus. Von den Ausschüttungen fliessen über 90 Prozent durch Leistungszahlungen, wie zum Beispiel Alters- und Invalidenrenten, sowie durch Einlagen in den Überschusstopf an die Versicherten zurück. Fast 10 Prozent wurden zur Verstärkung der Reserven eingesetzt. In dem nicht der Mindestquote unterstellten Geschäft betrug die Ausschüttungsquote 93.2 Prozent bei Bruttoeinnahmen von CHF 138 Mio.

Kosten gesenkt
Im vergangenen Jahr senkte Helvetia den Betriebsaufwand deutlich um CHF 5.1 Mio. im Vergleich zum Vorjahr, was einer Reduktion von 5.5 Prozent entspricht. Insgesamt betrug der Betriebsaufwand CHF 87.2 Mio. oder 3.4 Prozent der Prämieneinnahmen. Die durchschnittlichen Kosten pro aktiv versicherte Person fielen auf CHF 426 gegenüber CHF 461 im Vorjahr. Die durchschnittlichen Kostenprämien pro Versicherten wurden auf CHF 476 reduziert. (Helvetia Schweiz/mc/ps)

Über die Helvetia Gruppe
Die Helvetia Gruppe ist in über 150 Jahren aus verschiedenen schweizerischen und ausländischen Versicherungsunternehmen zu einer erfolgreichen, internationalen Versicherungsgruppe gewachsen. Heute verfügt Helvetia über Niederlassungen im Heimmarkt Schweiz sowie in den im Marktbereich Europa zusammengefassten Ländern Deutschland, Italien, Österreich und Spanien. Ebenso ist Helvetia mit dem Marktbereich Specialty Markets in Frankreich und über ausgewählte Destinationen weltweit präsent. Schliesslich organisiert sie Teile ihrer Investment- und Finanzierungsaktivitäten über Tochter- und Fondsgesellschaften in Luxemburg und Jersey. Der Hauptsitz der Gruppe befindet sich im schweizerischen St.Gallen.
Helvetia ist im Leben-, und im Nicht-Lebengeschäft aktiv; darüber hinaus bietet sie massgeschneiderte Specialty-Lines-Deckungen und Rückversicherungen an. Der Fokus der Geschäftstätigkeit liegt auf Privatkunden sowie auf kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zum grösseren Gewerbe. Die Gesellschaft erbringt mit rund 6 700 Mitarbeitenden Dienstleistungen für mehr als 4.7 Millionen Kunden. Bei einem Geschäftsvolumen von CHF 8.24 Mrd. erzielte Helvetia im Geschäftsjahr 2015 ein Ergebnis aus Geschäftstätigkeit von CHF 439.0 Mio. Die Namenaktien der Helvetia Holding werden an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange AG unter dem Kürzel HELN gehandelt.

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