Corona-Pandemie brockt HSBC Gewinneinbruch ein

Corona-Pandemie brockt HSBC Gewinneinbruch ein
HSBC-CEO Noel Quinn. (Foto: HSBC)

London – Die Corona-Pandemie hat die britische Grossbank HSBC bereits zum Jahresauftakt schwer getroffen. Die stark im Asiengeschäft engagierte Bank legte im ersten Quartal drei Milliarden Dollar für mögliche Kreditausfälle infolge der Corona-Krise zurück – deutlich mehr als von Analysten erwartet und so viel wie seit fast neun Jahren nicht mehr. Unter dem Strich brach der Nettogewinn auch wegen anderer Effekte um mehr als die Hälfte ein, wie das Institut am Dienstag in London mitteilte.

An der Börse wurden die Zahlen mit Enttäuschung aufgenommen. Die HSBC-Aktie, die im Corona-Crash bisher vergleichsweise wenig verloren hatte, gab gegen den Markttrend leicht nach. Mit einem leichten Abschlag lag sie am Ende des sehr freundlichen Branchenindex Stoxx 600 Banks. Seit Mitte Februar büsste das Papier damit etwas mehr als ein Viertel ein – damit gehört die Aktie der Bank wiederum zu den besten Titeln der Branche.

Gewinn fällt um mehr als 50%
Unter dem Strich verdiente HSBC im ersten Quartal 1,8 Milliarden US-Dollar und damit 57 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern sank um 30 Prozent auf rund drei Milliarden Dollar und fiel damit deutlich schwächer aus als von Experten erwartet. Die gesamten Erträge des Instituts gingen um fünf Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar zurück, obwohl die Erlöse im Handelsgeschäft im Zuge der Finanzmarktturbulenzen um ein Viertel nach oben sprangen.

„Die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie für unsere Kunden waren der Hauptgrund für die veränderte finanzielle Entwicklung unserer Bank seit dem Jahreswechsel“, sagte HSBC-Chef Noel Quinn bei seiner ersten Zahlenvorlage, seit er den Führungsposten fest übernommen hat. Die Bank erzielt einen Grossteil ihres Geschäfts in Asien, wo die weltweite Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ihren Anfang genommen hatte.

Die HSBC-Führung hält es für realistisch, dass die faulen Kredite in ihrem Haus im laufenden Jahr 7 bis 11 Milliarden Dollar erreichen. Dies werde den Gewinn in diesem Jahr deutlich nach unten ziehen. Das Management will deshalb die Betriebskosten drücken. Die geplante Umstrukturierung des Geldhauses verzögert sich durch die Krise, wodurch auch die damit verbundenen Kosten zunächst geringer ausfallen sollen.

35’000 Stellen gestrichen
Die HSBC hatte im Februar angekündigt, rund 35’000 Stellen zu streichen, Geschäftsfelder zusammenzulegen und sich noch stärker auf Asien zu verlegen. Auf Druck der Aufseher in London hat die Bank die Dividende für ihre Aktionäre gestrichen. Ihr Aktienkurs sackte daraufhin auf den niedrigsten Stand seit rund elf Jahren. Die HSBC-Führung kündigte an, ihre mittelfristigen Ziele im Laufe des Jahres zu überprüfen. Erst danach soll es eine Entscheidung zur Dividende geben. (awp/mc/ps)

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