Hypothekarbank Lenzburg: Good News für den Franken

Rezession
(Foto: Valerie Potapova - Fotolia)

Lenzburg – Der brummende US-Wirtschaftsmotor hat die Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und den Vereinigten Staaten ansteigen lassen. Das sorgt für gewisse Entspannung bei der überbewerteten Schweizer Währung. Der Aufschwung wird sich auch in der Schweiz bald deutlicher zeigen.

Von Reto Huenerwadel*

Mit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten hat sich ein Trend akzentuiert, der bereits vorgängig an den Finanzmärkten zu beobachten war. Nach den jüngsten Zinserhöhungen der US-Zentralbank Fed hat sich die Zinsdifferenz zwischen amerikanischen und schweizerischen Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit auf die höchsten Werte seit zehn Jahren ausgeweitet.

Wer also in Dollar investiert, profitiert ab dem ersten Tag von einer positiven Rendite von 1,25 Prozent. Wer hingegen in Eidgenossen investiert, zahlt einen negativen Zins von 0,95 Prozent. Berechnet man den Preis dieser Konstellation für ein Jahr, so ergeben sich über 250 Swap-Punkte. Das heisst, dass bei einem Devisenkurs von 0.9900 das Investieren in Dollar gegenüber dem Schweizer Franken in einem Jahr einen Mehrwert von 2.5 Rappen pro Franken generiert.

Die hohe und wachsende Zinsdifferenz ist einer der zentralen Gründe, wieso wir trotz höherer Inflationsraten in den USA nicht mit einem deutlich tieferen Dollar-Franken-Wechselkurs rechnen.

Aus Sicht der Schweizer Exportunternehmen ist die zunehmende Zinsdifferenz Good News: Sie sorgte dafür, dass die massive Überbewertung beim Franken abgebaut werden konnte. Das sollte sich auch auf die wirtschaftliche Dynamik in der Schweiz positiv auswirken. Bisher konnte die effektiv ausgewiesene Wirtschaftsaktivität aber nicht mit den verbesserten Stimmungsindikatoren mithalten.

Annäherung der Zeitreihen
Während die Stimmung nahe der Höchststände steht, verharren die effektiven Aktivitätsindikatoren bestenfalls auf durchschnittlichen Niveaus. Dies ist zwar eine Entwicklung, wie sie in weiten Teilen der entwickelten Volkswirtschaften beobachtet werden kann. Dennoch ist über kurz oder lang mit einer Annäherung dieser beiden Zeitreihen zu rechnen.

Verschiedentlich wird darauf hingewiesen, dass gerade Stimmungsschwankungen schnell erfolgen können. Diese Beobachter erachten die aktuelle Stimmung als übertrieben und rechnen mit einer baldigen Korrektur. Wir weisen auf den Vorlauf der Stimmungsindikatoren auf die effektiven Wirtschaftsaktivitäten hin und rechnen für das zweite Halbjahr mit einer verbesserten konjunkturellen Situation. (HBL/mc)

* Reto Huenerwadel ist Leiter des HBL Asset Managements und Chief Investment Officer der Hypothekarbank Lenzburg AG. Mehr zum Thema erfahren Sie im neuen Börsen-Video des HBL-WebTV.

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