IHAG-Kommentar: Abgabedruck nach dem EZB-Meeting hält an

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Nach einem positiven Start am Montag, drehten die Börsen in den weiteren Handelstagen der letzten Woche nach unten. Am Freitag nahmen die Abgaben Fahrt auf, ohne klaren Auslöser. Konjunktursorgen und der anhaltende Zerfall bei den Rohstoffpreisen wurde ins Feld geführt. Der S&P 500, der Euro Stoxx 50 und der DAX verloren über die Woche je 3.8%. Der SMI war mit -3.4% nicht viel besser. Die grössten Verlierer waren hier die Banken (Julius Bär -8.3%, Credit Suisse -7.8%, UBS -6.4%) sowie Swatch -7.4% und Richemont -6.3%. Nur Syngenta war mit 1.8% leicht im Plus aufgrund eines weiteren Übernahmegerüchtes.

Bei den Zinsen blieb es in den USA lange ruhig, aber mit den sinkenden Börsen am Freitag kamen auch diese zurück, weil sichere Treasuries gesucht waren. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen sanken in den USA 13 Basispunkte auf 2.14% und in Deutschland 11 Basispunkte auf 0.56%. Da nach der moderaten Bewegung der EZB bei der SNB der Druck wegfiel und diese verkündete, dass sie an der bisherigen Politik festhalte, kam es in der Schweiz zu einer leichten Gegenbewegung von -0.24% auf -0.22% bei den zehnjährigen Staatsanleihen.

Paukenschlag
Der Paukenschlag an den Devisenmärkten hat in der Vorwoche mit dem EZB-Meeting stattgefunden, bei welchem weniger gelockert wurde, als erwartet. Der EUR/CHF bewegte sich seitwärts um bei 1.08. Der EUR konnte leicht zum USD zulegen und ging bei 1.10 aus der Handelswoche. Im Gegenzug sank der USD zum CHF leicht auf 0.983.

Gold schloss im London Fixing bei USD 1077 die Unze über die Woche fast unverändert. Der Ölpreis allerdings kam unter weiteren Abgabedruck, da die OPEC keine Anzeichen einer Drosselung der Förderung erkennen liess und das Überangebot anhält. WTI in den USA sank unter USD 36 pro Fass und in Europa verlor das Fass Brent in einer Woche 10% auf USD 38.

Börsen unter Druck
Man blickt auf eine der schlechtesten Börsenwochen im laufenden Jahr zurück. Ein Wochenverlust von 3.4% im SMI wurde in ähnlicher Grösse im September und August gesehen. Nach diesem Ausverkauf, welcher auch durch vorgezogene Rolltransaktionen im Zusammenhang mit dem Optionsverfall des kommenden Freitags beeinflusst sein könnte, ist die Hoffnung gross, dass mit der Tatsache einer ersten Zinserhöhung und danach einem Abwarten des FED sich die Börsen wieder erholen. Charttechnisch ist aber schon einiges Geschirr zerschlagen worden. So ist der DAX sowohl unter die 50 als auch unter die 90 Tagelinie gefallen und es droht die 10‘000er Marke als nächste Station. Allerdings nähern sich die Indikatoren überverkauften Niveaus und die Bären ringen mit den Bullen. Am Samstag hat China besser als erwartete Zahlen zum Detailhandel und der Industrieproduktion publiziert, welche heute zu einer freundlichen Eröffnung der Börse in Shanghai verhalf.

Anreize für erste Zukäufe
Es reizt, bei einigen korrigierten Titeln erste Zukäufe zu tätigen. Richemont ist bei CHF 70 auf Jahrestiefstkursen, welche im Januar und dann im August gesehen wurden. Swisscom leidet unter Herabstufungen von ausländischer Brokern und Umschichtungen in andere europäische Telekomwerte. Dabei erhält man eine gesicherte Dividendenrendite von 4.6% und investiert in ein zwar stagnierendes, aber stabiles Geschäft mit vorhersehbarem Cashflow. Nach dieser Korrektur eine interessante Investition. Auch Novartis, welche zwar nicht unser Sektorfavorit ist, scheint bei CHF 83.50 langsam ausgebombt. Es gab doch einige gute Nachrichten aus der Pharmapipeline. Auch bei Credit Suisse ist bei mehreren charttechnischen Indikatoren überverkauft. Bei einem rekordtiefen RSI von 27 fand im laufenden Jahr bisher 4x ein Rebound statt und dieses Muster könnte sich wiederholen. (IHAG/frp/mc/ps)

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