IHAG Kommentar: Abwärtsspirale gestoppt – Wie weit geht die Erholung?

IHAG Kommentar: Abwärtsspirale gestoppt – Wie weit geht die Erholung?

Zürich – Es war eine sehr volatile und nervöse Handelswoche. Tagesschwankungen von 5% bis zu 8% waren bei den globalen Indices zu beobachten. Ab Donnerstag Mittag setzte dann die überfällige Erholung ein. Der SMI konnte im Wochenvergleich sogar 1.6% zulegen, der S&P 500 gab dagegen 1.7% nach.

Der Euro Stoxx 50 wurde von den gewichtigen Bankwerten gedrückt und verlor 1.4%. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen drehte parallel zu den Aktien, sank in der Schweiz aber nochmals leicht von 1.25% auf 1.19%. Dasselbe Muster legte der CHF vor, welcher gegen den Euro am Dienstag fast auf die Parität fiel, dann aber wieder bis auf 1.10 anzog. Gegen den USD fiel der CHF bis unter 0.71, um dann auf 0.77 zu klettern. Heute hat sich der Franken weiter abgeschwächt. Dementsprechend gab es Abflüsse aus Gold, das kurz über USD 1800 pro Unze stieg und dann bei USD 1730 schloss. Spiegelbildlich fiel das Fass Brent kurz unter USD 100, schloss dann bei USD 106.6, was einen Wochenverlust von 4% ergibt.

Ist das Glas bereits wieder halb leer oder erst halb voll?
Amerika bleibt die Leitbörse. Nach der Ratingrückstufung der USA fiel der S&P500 am Montag 6.6%, was in der Presse als Black Monday betitelt wurde. Die Erholung des S&P 500 am Dienstag von 4.7% (v.a. gegen Schluss) entpuppte sich ab Mittwoch Nachmittag als Strohfeuer. Panik kehrte an die Aktienmärkte zurück und der S&P 500 sackte wieder 4.4% ab und schloss auf dem Tagestiefstkurs. Der SMI hatte nach einem Verlust von 10% in der Vorwoche in der laufenden Woche bis am Mittwoch Abend nochmals 7% eingebüsst, eine Ende der Abwärtsspirale war nicht absehbar. Am Donnerstag ging es nach einer kurzen Erholung nochmals tiefer, bis dann ab 14.30 Uhr mit der Publikation der sinkenden Jobless Claims plötzlich alles ins Positive drehte. Das darauf folgende Rally war imposant und wurde zudem durch Gerüchte eines vorübergehenden Short-Selling-Verbotes gewisser europäischer Börsen verstärkt, welches am Freitag dann offiziell bestätigt wurde. Das in sicheren Häfen parkierte Geld strömte wieder in die andere Richtung und Shorts mussten gedeckt werden. Ist das Glas bereits wieder halb leer oder erst halb voll? Sind wir in einer Schwächephase mitten im konjunkturellen Aufschwung oder dreht der aktuelle Zyklus bereits nach zwei Jahren, weil die Verschuldungsprobleme und nun die Börsenkorrektur ein neues Zeitalter einläuten? Dies sind entscheidende Fragen. Jeder Indikator wird nun mit Akribie verfolgt.

Es scheint, als ob die Finanzmärkte immer extremer und schneller reagieren.
Nach der immensen Vermögensvernichtung innert weniger Tage sind die meisten Anleger schockiert. Es scheint, als ob die Finanzmärkte immer extremer und schneller reagieren. Daher könnte der Rebound teilweise zum Abbau von Risiken genutzt werden. Andererseits sind die Aktienmärkte schon länger überverkauft und positive Ausblicke von globalen Unternehmen, wie z.B. Nestlé, erhalten wieder etwas mehr Gewicht. Es scheint, dass wir eine Bodenbildung gesehen haben. Wir halten an der Einstellung fest, dass die Abwärtsspirale übertrieben war und deshalb würden wir weiter gestaffelt Aktien jener Unternehmen zukaufen, die einen guten Halbjahresabschluss mit positivem Ausblick publiziert haben. Die solide finanzierten Zykliker ABB, Adecco, Sulzer, aber auch Georg Fischer sind attraktiv, zudem auch Novartis, Roche und Swatch. Bei den Finanzwerten generiert Zurich FS (Bericht weiter vorne) einen guten Cashflow, welcher die Aufrechterhaltung der hohen Ausschüttung (fast 10% Rendite) ermöglichen sollte. In Europa gefallen uns Deutsche Post und Henkel. (IHAG/mc/hfu)

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