IHAG-Kommentar: Börsen halten die hohen Niveaus

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Aktienmärkte entwickelten sich in der letzten Woche uneinheitlich. Der S&P500 bewegte sich in der verkürzten Handelswoche (Thanksgiving) kaum. In Europa stieg der SMI leicht um 0.77%. Einen grossen Sprung, und zwar um 2.55%, machte der DAX. Hier sorgte der deutlich besser als erwartet ausgefallene Ifo-Index für gute Stimmung unter den Anlegern. Zu den grössten Gewinnern gehörten die Aktien von Lufthansa, die vom billigeren Ölpreis profitieren, gefolgt von RWE und der Deutschen Bank.

Bei den Währungen verteuerte sich der Euro gegenüber dem USD leicht. Der Schweizer Franken hielt sich knapp über der Marke von 1.20.

In der Zinslandschaft konnte in den USA ein Zinsrückgang von 2.32% auf 2.20% beobachtet werden. Auch die Renditen für deutsche zehnjährige Staatsanleihen kamen nochmals stark unter Druck. Das gleiche Bild zeigt sich beispielsweise in Spanien, wo die Zinsen mit einem Wert von 1.9% tiefer notieren als in den USA.

OPEC: Keine Drosselung der Produktion
Am Ölmarkt fand am letzten Donnerstag das mit grosser Spannung erwartete OPEC-Meeting fand. Aufgrund des bereits grossen Zerfalls beim Ölpreis spekulierten nicht wenige Marktteilnehmer auf eine Drosselung der Produktion seitens der OPEC. Das Kartell verzichtete aber auf diese Option, was in der Folge weitere deutliche Preisabschläge beim Rohöl zur Folge hatte. Über die Woche resultierte ein Verlust von mehr als 5%. Wo sich letztlich ein Gleichgewichtspreis einpendeln wird, bleibt offen. Klar ist, dass der tiefere Preis früher oder später zu einer Angebotsverengung führen wird. Welche Produzenten zuerst die Segel streichen werden, ist zurzeit noch nicht klar. Die US-Schieferöl-Förderer werden es allerdings mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht sein. Ölaktien würden wir noch nicht kaufen. Die grossen integrierten Konzerne könnten zwar ihre Dividenden auch in einem USD 75/bbl-Umfeld zahlen, indem Investitionen gekürzt werden. Es drohen jedoch weitere Kursverluste, solange sich der Ölpreis noch nicht stabilisiert hat.

Beim Gold lehnte die Schweiz die Gold-Initiative ab. Der Goldpreis reagierte heute Morgen leicht negativ auf dieses Votum. Auch bei einer Annahme hätte sich aus unserer Sicht nicht viel geändert, denn die SNB hätte die Gold-Käufe über einen langen Zeitraum von fünf Jahren staffeln können. Fundamental bleibt der Goldmarkt so oder so angeschlagen.

Eurozone: Unternehmens-Investitionen bremsen Erholung
Wie geht es nach dem Rally der letzten Wochen an den Aktienmärkten weiter? Wichtig dafür ist die wirtschaftliche Situation. Während die Ampeln in den USA schon lange Zeit auf grün stehen, sind die Wolken auch in Europa und besonders in Deutschland nicht so dunkel wie noch vor drei Monaten. Eine genaue Zerlegung des deutschen BIP’s vom 3. Quartal, das letzte Woche publiziert wurde, zeigt eine robuste Expansion des privaten Konsums von 0.7%. Annualisiert wäre das höher als in den USA. Zurückgehalten wird die Wirtschaft von den Unternehmens-Investitionen (-0.9%). Dies hängt mit der unsicheren Lage in der Ukraine zusammen. Die Exporte sind mit +1.9% stark. Wird es in der Ukraine nicht mehr schlimmer, könnte ein Rebound bei den Investitionen erfolgen. In diese Richtung zeigt auch der Ifo-Index. Das Wachstum der Geldmenge M1 hat bereits im Mai gedreht. Die Chancen stehen deshalb gut, dass sich die deutsche Wirtschaft im 2015 besser entwickelt als im 2014. Der Dax ist dies am Vorwegnehmen und hat bis in den Frühling hinein wahrscheinlich weiteres Potential.

Die Geldpolitik bleibt expansiv. Am Donnerstag findet die nächste Sitzung der EZB statt. Angesichts der nochmals tieferen Inflation (0.3% im November) erwarten einige Marktteilnehmer konkretere Aussagen zu einem Quantitative Easing durch die EZB. Wir denken jedoch, dass ein solches immer noch am Widerstand Deutschland scheitern dürfte, da die wirtschaftliche Situation in Europa nicht derart schlecht ist.

Walt Disney und McDonald’s im Fokus
Bei den Einzeltiteln gefallen uns konsumnahe Aktien aus den USA. Allgemein dürfte der Konsum von einem billigeren Ölpreis profitieren. Ein interessanter Wert ist Walt Disney. Beim Medienunternehmen dürften die Besucherzahlen in den Themenparks noch stärker steigen. Aufholpotential könnten auch die Aktien von McDonald’s haben, obwohl das Konkurrenz-Umfeld für die Fastfood-Kette nicht ideal ist. Der tiefere Benzinpreis dürfte aber dazu führen, dass die Restaurantbesuche zunehmen, wovon auch MCD profitieren sollte. (IHAG/wum/mc/ps)

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