IHAG-Kommentar: Börsen in den USA konsolidieren

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Börsen nahmen den Schwung der besseren Konjunkturdaten aus China der Vorwoche bis Mittwoch mit. Das Treffen der EZB am Donnerstag brachte keine News und die Unternehmens-abschlüsse fielen gemischt aus. Der S&P 500 konnte über die Woche auf hohem Niveau nochmals 0.5% zulegen. In Europa holten der Euro Stoxx 50 mit 2.3% und der DAX mit 3.2% mehr auf. In der Schweiz rapportierten Roche (+1.6%) und Novartis (+1.8%) Erstquartalszahlen, welche freundlich aufgenommen wurden. Der SMI avancierte 1.2%, angeführt von ABB (+5.5%), wo die Quartalszahlen weniger sanken als befürchtet.

Nach einer langen Abwärtsphase haben die Zinsen in der Berichtswoche wieder begonnen anzuziehen. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen kletterten in den USA 10 Basispunkte auf 1.89%, in Deutschland 9 Basispunkte auf 0.22% und in der Schweiz 8 Basispunkte auf -0.34%.

Die Dollarschwäche ebbt ab. Musste vor 2 Wochen noch 95 Rappen pro 1 USD bezahlt werden, so kletterte der Kurs gegen 98 Rappen. Beim EUR/USD ist noch kein klarer Trend auszumachen. Der bisherigen, erstaunlichen EUR-Stärke wurde etwas das Momentum genommen. Nach nervösen Ausschlägen um Mario Draghis Pressekonferenz, begann der EUR sich am Freitag abzuschwächen und auf den Support von 1.125 zu sinken. Der EUR/CHF stieg im Vorfeld des EZB-Meetings von 1.09 auf 1.10, verlor dann aber die Kraft. Ob sich hier die SNB vor Eventualitäten wappnete und den CHF vorsorglich abschwächte? Die Marke von 1.10 scheint momentan nicht gegen oben durchstossen zu werden.

Rohstoffe und Edelmetalle auf Erholungskurs
Die Preise vieler Rohstoffe und Edelmetalle erholen sich teils markant. Silber stieg über die Woche fast 5%, Palladium 6% und Platin 2.5%. Der Goldpreis konnte sich allerdings mit einem Wochenplus von nur 1% nicht anschliessen. Von USD 1235 die Unze am Montag startete die Reise bis auf USD 1270 am Donnerstag Mittag, fiel dann aber am Freitag wieder auf USD 1241 zurück.

Nach dem Scheitern der Gespräche der OPEC plus in Doha fiel der Ölpreis am frühen Montag Morgen fast 7%. Allerdings nur kurz, um dann sofort wieder stark zu steigen. Zuerst wurden Streiks in Kuwait mit allfällig reduzierten Exporten ins Feld geführt. Später wurde ein möglicher neuer Gesprächstermin der Ölproduzenten in Moskau herumgeboten. Der Ölpreis pro Fass Brent kletterte über die Woche weitere 5% und 13% im April auf knapp USD 45.

EZB ohne Impulse
Mario Draghi hatte nach dem EZB Meeting kaum Neues zu berichten. Die EZB beliess wie erwartet die Leitzinsen unverändert auf dem tiefen Niveau. Es werden Massnahmen für eine weiterhin expansive Geldpolitik erwogen. Ab Juni will die Zentralbank mit dem Kauf von Firmenanleihen beginnen. Die US-Notenbank (Fed) skizzierte zwar in ihrem jüngsten Beige Book ein eher zuversichtliches Konjunkturbild der US-Wirtschaft, blieb mit Blick auf weitere Zinserhöhungen aber zurückhaltend. Daher wird am FOMC-Meeting des Fed an der Sitzung vom 27. April keine Anhebung der Leitzinsen erwartet. Die nächste Sitzung ist dann erst wieder im Juni. Somit treten die Notenbanken in den kommenden Wochen in den Hintergrund und die Börsen müssen sich anderweitig orientieren.

Essilor und L’Oréal im Fokus
Wir sehen eine Konsolidierung der starken Erholung der Börsen in den USA. Die europäischen Indices konnten etwas Boden gut machen, aber es scheint der Schwung zu fehlen. Wir würden daher an der Seitenlinie bleiben. Es gibt aber interessante Einzelsituationen. Roche meldete das erwartete Wachstum im mittleren einstelligen Bereich, was beruhigte und eine Weiterführung der Kurserholung ermöglichen sollte. Interessant erachten wir Essilor, den globalen Leader bei Brillengläsern. Im 1. Quartal konnte Essilor den Umsatz organisch 5% und insgesamt 9.4% steigern. Das Wachstum der Weltbevölkerung, der Überalterung, der Kaufkraft und der Bildschirmmedien bewirken ein strukturelles langfristiges Wachstum der Sehhilfen. Die Bewertung ist bei einem P/E von fast 30x sowie einem EV/EBITDA von 16x zwar sehr stattlich, aber das stetige Gewinnwachstum, welches sich nun wieder über 10% beschleunigt, sind starke Argumente. Der Aktienkurs hat seit einem Jahr um EUR 110 konsolidiert und könnte nun wieder anziehen. L’Oréal ist etwas günstiger bewertet, bietet aber mit einem erwarteten EPS-Wachstum von 7% etwas weniger Potential. Dennoch, auch diese Firma profitiert von einem mittelfristigen Trend einer wachsenden Mittelklasse in den Schwellenländern und dem Bedürfnis nach „Beauty“. (IHAG/frp/mc/ps)

IHAG Logo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.