IHAG-Kommentar: Earnings Season steht vor der Tür

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Aktienmärkte konnten in der letzten Woche teils kräftige Kursgewinne verbuchen. Erfreulich ist, dass auch der S&P500 wieder in die Gänge kam. Der Wochengewinn belief sich auf 1.7%. In Europa resultierten noch höhere Zuwächse. Der Dax avancierte 3.4% und liess die 12‘000er Marke klar hinter sich. In der Schweiz resultierte ein Wochengewinn von 3.7%. Aktien wie Transocean (+14.7%), Swatch (+8.7%) oder Julius Bär standen in der Gunst der Anleger. Gut im Rennen liegt nach wie vor der japanische Markt, weil sich die Gewinnaussichten der Unternehmen verbessern. Der Nikkei brachte seit Jahresbeginn in CHF ein Gewinn von mehr als 11%, was dem höchsten Wert bei den etablierten Börsen entspricht.

Nach einem Rebound des Euro in den letzten Wochen kehrten die Währungsmärkte wieder zu ihrem gewohnten Bild zurück und der Euro wurde gegenüber dem Dollar schwächer (-2.3%). In abgeschwächter Form verlor der Euro auch versus dem Schweizer Franken an Wert. Da die Zinsen auch in sicheren Papieren, wie beispielsweise den Deutschen, immer negativer werden, verlieren die von der SNB gesetzten Negativzinsen entsprechend an abschreckender Wirkung. Der Dollar kostete Ende Woche 98 Rappen und nähert sich damit wieder der Parität.

Öl: US-Produktionszuwächse schwächen sich ab
Bei den Rohstoffen tendierte der Ölpreis seitwärts. Im wichtigen US-Ölmarkt erkennt man, dass sich die Produktionszuwächse abschwächen. Langsam zeigen sich damit die Folgen der Stilllegung von Bohrtürmen. Für die weitere Preisentwicklung spielt es mitunter eine Rolle, wie es im Iran weitergeht. Experten gehen davon aus, dass das Land die Fördermenge wohl nicht sehr stark erhöhen kann. Der Goldpreis beendete die Woche ebenfalls wenig verändert. Es erscheint klar, dass in einem steigenden USD-Umfeld eine Verteuerung von Gold schwierig ist. Die Investoren verkauften im April ETP-Bestände von 5.8 Tonnen. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Neuinvestitionen aber immer noch auf 32.3 Tonnen.

Wie geht es an den Aktienmärkten weiter? Grundsätzlich rechnen wir mit einer Fortsetzung der Kursbewegung nach oben. Bei den Regionen sieht allen voran Europa gut aus. Die Wirtschaft scheint sich langsam wieder zu verbessern und die Unternehmen profitieren vom billigeren Euro. Daneben haben Länder wie Spanien Reformen durchgeführt, die sich seit einiger Zeit in besseren Zahlen zeigen. Die Geldpolitik der EZB bleibt expansiv, das QE treibt die Zinsen immer tiefen nach unten und immer mehr Anleger weichen auf Aktien aus für eine Aufbesserung der Rendite.

US-Berichtssaison eröffnet
In den USA handelt der Markt immer noch im Seitwärtsband. Die Wirtschaft entwickelte sich im 1. Quartal eher enttäuschend, sollte aber im laufenden Quartal einen Rebound zeigen. Die Notenbank wird die Zinsen nur vorsichtig und im Zweifelsfalle eher später als früher erhöhen. Bei den Unternehmen stehen die Zahlen zum 1. Quartal an. Investoren rechnen hierbei mit einem Gewinnrückgang von etwa 5% und viel Schlechtes scheint in den gegenwärtigen Kursen eingepreist zu sein.

Auf der Sektorebene fiel die USD 80 Milliarden-Übernahme der BG Group durch Royal Dutch auf. Die Firma sichert sich damit mehr Reserven und zahlt dafür eine Prämie von 50%. Wir denken, dass weitere Ölfirmen Ziele von Übernahmen werden, da viele Aktienkurse immer noch tief notieren und Übernahmen billiger kommen als die eigene Exploration von neuen Ölfeldern. In diesem Zusammenhang gefällt uns die Aktie des Landdrillers Nabors in den USA. Die Aktie kostet immer noch erst halb so viel wie im letzten Sommer. Aber selbst Tiefseeförderer wie Noble könnten in den Fokus geraten. Darüber hinaus übernahm FedEx mit dem starken USD  TNT Express in Europa und Mylan offerierte USD 31.3 Mrd. für Perrigo. Wir gehen davon aus, dass die Übernahmeaktivitäten weiter gehen, da Cash billig ist und Firmen so günstig weiter wachsen können. M&A ist ein wichtiger Treiber für die positive Börsenentwicklung.

Insgesamt zeigte sich, dass die Börsen ihre überkaufte Situation nicht durch eine Korrektur abbauten, sondern nur durch eine Konsolidierung. Mit ein Grund dafür ist der kräftige Anstieg der Geldmenge, neu auch in Europa. Historische Vergleiche z.B. vom Dax und der Geldmengenentwicklung zeigen ein geringes Korrekturrisiko in Zeiten steigender Geldmengen. Wir empfehlen den Investoren dabei zu bleiben und Kursrückschläge in Einzelaktien für Käufe zu nutzen. (IHAG/mc/pg)

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