IHAG Kommentar: Zweites Griechenlandpaket kauft Zeit

IHAG Kommentar: Zweites Griechenlandpaket kauft Zeit

Zürich – Die Schnürung des zweiten Hilfspaketes für Griechenland und der gleichzeitige Schuldenschnitt konnten die Aktienmärkte nicht mehr weiter beflügeln, weil dies von den Investoren wohl erwartet wurde. Im Wochenvergleich gewann der S&P500 0.3% und der Euro Stoxx50 0.1%, wogegen der SMI 0.9% nachgab.

Bei den Zinsen blieb es ruhig und die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen gaben ein paar Basispunkte nach. Dagegen erstarkte der EUR/USD mit der Verschnaufpause in der EU-Krise um 2% auf 1.345. Da sich der EUR/CHF nahe bei 1.20 hielt, schwächte sich der CHF/USD auf 0.895 ab. Gold nähert sich wieder der 1800er Marke und konnte über die Woche 3% zulegen. Die Unze schloss bei USD 1778. Die Spannungen um das iranische Atomprogramm haben sich verschärft und der Ölpreis kletterte weitere 3.5% auf USD 123.9 pro Barrel Brent.

Liquiditätszufuhr ins Finanzsystem (LTRO 2) wirkt stabilisierend
Mit dem zweiten Hilfspaket für Griechenland haben die Politiker die Probleme in Europa nicht gelöst, aber Zeit gekauft. Der Deutsche Bundestag dürfte heute mit der Abstimmung über den Griechenland-Bailout in den sauren Apfel beissen und zustimmen. Dies plus die weitere Liquiditätszufuhr ins Finanzsystem (LTRO 2) diesen Mittwoch wirken stabilisierend. Nach den starken Kursavancen fehlen nun aber kurzfristig die Impulse und könnten Gewinnmitnahmen auslösen. Falls der Ölpreis zudem weiter klettert, wäre dies für die schwächelnde Konjunktur in Europa und den Aktienmarkt belastend. Vorsichtigen Investoren raten wir nun abzuwarten.

Warten auf Korrektur, um zukaufen zu können
Andererseits warten viele Marktteilnehmer auf eine Korrektur, um zukaufen zu können. Tradingorientierte, optimistische Marktteilnehmer können auf ein anhaltendes Momentum setzen. Hier gefällt uns Sulzer mit den zwar ambitiösen, aber Zuversicht verströmenden Zielen (Bericht auf Seite 4) und Georg Fischer (Resultate am Dienstag). LTRO 2 könnte zudem das Rally in den Bankaktien nochmals anschieben. Wir haben Credit Suisse auf der Aktienliste, welche in einem solchen Szenario das Seitwärtsband von CHF 23 bis CHF 25 nach oben verlassen könnte (Tradingstopp bei 23.50 setzen). (IHAG/mc/hfu)

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