Initiative für ein tokenisiertes Europa bis 2025

Token
(Foto von Shubham Dhage auf Unsplash)

Vaduz – Ein Konsortium führender Experten von verschiedenen Organisationen aus ganz Europa hat unter der Leitung des deutschen Bankenverbandes, der Europäischen Kommission und Roland Berger einen umfassenden Bericht veröffentlicht, der einen Plan für ein tokenisiertes Europa bis 2025 skizziert.

Tokenisierung, der Prozess der Darstellung von Vermögenswerten in digitaler Form mit übertragbaren digitalen Rechten, habe das Potenzial, Branchen zu revolutionieren und neue Geschäftsmodelle in der gesamten Wirtschaft zu schaffen, schreibt der liechtensteinische Bankenverband in einer Mitteilung.

Dem Konsortium gehören mit dem Amt für Finanzinnovation und Digitalisierung (SFID), dem Liechtensteinischen Bankenverband (LBV), dem Landesstrassenamt, der VP Bank und der Blockchain Founders Group mehrere liechtensteinische Akteure an. Für Liechtenstein ist diese Initiative und die proaktive Zusammenarbeit in diesem Bereich von besonderer Wichtigkeit, da es mit dem am 1. Januar 2020 in Kraft getretenen liechtensteinischen Blockchain-Gesetz eine Vorreiterrolle übernommen hat.

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Der Bericht hebt mehrere Hindernisse für die Entwicklung der Tokenisierung in Europa hervor, darunter ein mangelndes Verständnis für die Technologie und ein diffuser rechtlicher und regulatorischer Rahmen. Er hebt jedoch auch die enormen Möglichkeiten hervor, die die Tokenisierung für die Steigerung der Effizienz, der Sicherheit und des Vertrauens auf den Finanzmärkten sowie für die Schaffung neuer Dienstleistungen und Geschäftsmodelle in Branchen wie Lieferketten, Handelsfinanzierung und Logistik durch den Einsatz von Distributed-Ledger-Technologie und Blockchain bietet.

Um die Token-Wirtschaft in Europa zu entwickeln, ruft der Bericht alle Akteure unabhängig von ihren wirtschaftlichen Interessen zu gemeinsamen Anstrengungen in den folgenden Bereichen auf:

  • Aufklärung und Sensibilisierung für das Potenzial der Tokenisierung
  • Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Akteuren
  • Rechtsrahmen: Gesetzgeber und Regulierungsbehörden müssen einen einfachen und harmonisierten Rechtsrahmen schaffen, der Innovationen erleichtert und Anreize für Unternehmen und Bürger schafft, die Tokenisierung voranzutreiben und gleichzeitig hohe Sicherheits- und Schutzstandards zu wahren.
  • Infrastruktur: Zentralbanken und andere Finanzinstitute sollten sich auf die Tokenisierung von Vermögenswerten vorbereiten und die erforderliche Infrastruktur einrichten.
  • Experimentieren: Finanzinstitute und Unternehmen sollten die Möglichkeit der Einführung von programmierbarem Geld prüfen und Möglichkeiten für die Tokenisierung in ihren Geschäftsmodellen identifizieren.
  • Akzeptanz: Privatpersonen werden die Hauptnutzer der Tokenisierung sein, ihre Nachfrage kann Unternehmen und Regierungen dazu bewegen, entsprechende Lösungen zu übernehmen und anzubieten.

Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit einer konzertierten Aktion in den Bereichen Bildung, Sensibilisierung und Kommunikation, um das Potenzial der Tokenisierung in Europa voll auszuschöpfen. Sie glauben, dass Europa durch die Überwindung dieser Hindernisse und die aktive Förderung der Tokenisierung seinen Platz als Spitzenreiter in der globalen technologischen Arena sichern und in der globalen Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben kann. (LBV/mc)

«Tokenise Europe 2025» (pdf)

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