CS-CFA-Indikator steigt im April wieder in positiven Bereich

Konjunktur
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Zürich – Die Stimmung der Analysten mit Blick auf den Schweizer Konjunkturverlauf in den kommenden sechs Monaten hat sich im April wieder von den Tiefstständen erholt. Dennoch sind die Einschätzungen der Analysten zur aktuellen Situation noch düster.

Der sogenannte CS-CFA-Society-Switzerland-Indikator, der die Erwartungen der Analysten misst, steht neu bei +12,7 Punkten, wie die CS am Dienstag mitteilte. Im Vormonat war er wegen der Coronakrise noch auf ein Mehrjahrestief von -45,8 abgesackt, nachdem er im Februar mit +7,7 noch im positiven Bereich notiert hatte.

Talsohle nicht erreicht
Die konjunkturelle Talsohle ist gemäss den Analysten weiterhin noch nicht erreicht – die Einschätzungen zur wirtschaftlichen Situation befänden sich nach wie vor „im freien Fall“, heisst es in der CS-Mitteilung. So sähen die Analysten die aktuelle Exportsituation in der Schweiz als „verheerend“ an.

Auch bei ihren Einschätzungen für den Arbeitsmarkt sind die Analysten fast unisono negativ: 90 Prozent von ihnen erwarten einen Anstieg der Arbeitslosenquote. An den Börsen in der Schweiz wie auch der Eurozone und der USA sieht derzeit nur etwa die Hälfte der Analysten Potenzial für Kursgewinne.

Starker Franken
Der Schweizer Franken dürfte weiterhin stark bleiben und sich gemäss den Prognosen der Analysten gegenüber dem Euro weiter aufwerten. Noch sicherer seien sich die Umfrageteilnehmer beim US-Dollar, heisst es: Nach den massiven Zinssenkungen und weiteren aggressiven geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed rechnet über die Hälfte mit einem Anstieg des Frankens zum Dollar und ein Drittel mit einer Seitwärtsbewegung.

Bezüglich der Zinsen erwarten die Analysten bei den kurzfristigen Sätzen nun kein weiteres Abfallen mehr. Für die langfristigen Zinsen ergibt sich dagegen kein klares Bild, offenbar ist die Unsicherheit über die weiteren Entwicklungen gross.

Klare V-Bewegung
Weiterhin rechnen die Analysten für das Jahr 2020 mit einer wirtschaftlichen Rezession und Deflation. Dagegen erwarten sie für 2021 eine klare Rückkehr des Wirtschaftswachstums in der Schweiz und damit eine Konjunkturentwicklung in Form eines klaren V.

Für 2020 sehen konkret 94 Prozent der befragten Analysten einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP). Fast einhellig wird aber auch mit einer Rückkehr zum Wachstum im Jahr 2021 gerechnet – nur 6 Prozent erwarten auch im kommenden Jahr eine Rezession. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer sieht 2021 gar eine Wachstumsrate von mehr als 2 Prozent.

Preissteigerungen werden in den nächsten sechs Monaten nicht erwartet. Wegen dem niedrigen Ölpreis und die Corona-bedingten Rezession rechnet zwei Drittel der Befragten mit einem Rückgang des Preisniveaus im 2020. Die deflationären Tendenzen werden laut einem Fünftel der Analysten bis ins Jahr 2021 andauern, die Mehrheit der Befragten erwartet dann aber wieder einen Anstieg des Preisniveaus. (awp/mc/pg)

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