Lage an Anleihemärkten in Italien und Spanien trübt sich ein

Mario Monti

Mario Monti, italienischer Ministerpräsident, Wirtschafts- und Finanzminister ad interim.

Frankfurt am Main – Eine enttäuscht aufgenommene Auktion italienischer Staatsanleihen hat die Rentenmärkte Italiens und Spaniens am Donnerstag unter Druck gesetzt. Dort legten die Renditen für Staatstitel – ein Indikator für das Misstrauen der Investoren – spürbar zu. Ähnlich war die Entwicklung in Portugal, das wegen seiner hohen Verschuldung und seiner strukturschwachen Wirtschaft an den Märkten unter besonderer Beobachtung steht. Sichere Anlagen wie deutsche Staatsanleihen waren unterdessen stark gefragt.

Besonders deutlich war die Entwicklung in den kürzeren Laufzeiten. Im zweijährigen Bereich legte die Rendite in Italien um 36 Basispunkte auf 2,94 Prozent zu. Die Marke von drei Prozent wurde hier zuletzt Ende Februar überschritten. In Spanien kletterte die zweijährige Rendite um 14 Basispunkte auf 2,49 Prozent, in Portugal legte sie um 17 Basispunkte auf 8,37 Prozent zu. In den längeren Laufzeiten waren die Renditesprünge etwas schwächer.

Italien verfehlt Maximalziel
Experten führten die Entwicklung auf drei Anleiheauktionen Italiens am Vormittag zurück. Bei einer Auktion fünfjähriger Anleihen zog die Rendite im Vergleich zu einer vorhergehenden Emission an. Ausserdem blieb das Land bei der gesamten Kapitalaufnahme hinter dem angestrebten Maximalziel zurück. Bei einer Versteigerung zehnjähriger Titel gab die Rendite indes weiter nach. Die Nachfrage nach den Staatspapieren blieb insgesamt robust.

Euro unter Druck
Die italienische Grossbank UniCredit sprach von einem guten Ergebnis. Die Marktreaktion fiel jedoch anders aus: Nicht nur kamen Staatspapiere am Sekundärmarkt, wo bestehende Anleihen gehandelt werden, unter Druck. Auch der Euro wurde belastet. Deutsche Staatsanleihen, die an den Märkten als besonders sicher gelten, erhielten hingegen spürbaren Zulauf. (awp/mc/ps)

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