IWF fordert mehr Anstrengungen im Kampf gegen Schulden

Dominique Strauss-Kahn

IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn.

Washington – Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert von reichen Staaten einen noch entschlosseneren Kampf gegen ihre hohe Verschuldung und nimmt dabei vor allem die USA in Visier. «Die meisten Industrienationen haben dieses Jahr ihre Defizite verringert, doch die Vereinigten Staaten haben die Anpassungen auf Eis gelegt.»

Dies heisst es im jüngsten IWF-Bericht zur Lage der internationalen Staatsfinanzen, der am Dienstag in Washington vorgelegt wurde. Die Kritik richtet der IWF jedoch auch an andere Staaten der reichen Welt. Zwar planten die meisten dieses Jahr Etateinschnitte. «Dennoch bleiben die Defizite gross, im Durchschnitt wird zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg die Verschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung die Schwelle von 100 Prozent überschreiten, während der Finanzbedarf eine Rekordstand erreichen wird.»

IWF verlangt von USA «glaubhafte Massnahmen»
Der Weltwährungsfonds drängte Washington zur Eile, «glaubhafte Massnahmen» zur Verringerung der Verschuldung zu beschliessen. Stattdessen hätten die USA ihre Pläne zur Haushaltskonsolidierung verschoben und vielmehr weitere Schritte zur Ankurbelung der Konjunktur an den Start gebracht, bemängelt der Bericht. In der Euro-Zone gehe die Konsolidierung insgesamt nach Plan voran. Sollte das Wirtschaftswachstum in den Industrieländern in diesem Jahr besser als erwartet ausfallen, sollten zusätzliche Steuereinnahmen auf die hohe Kante gelegt werden. Die meisten Staaten müssten darüber hinaus den mittel- und langfristigen Ausgabendruck für Renten und Gesundheitsversorgung angehen. (awp/mc/ps)

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