JPMorgan enttäuscht Erwartungen trotz Milliardengewinn

Jamie Dimon
JPMorgan-CEO Jamie Dimon.

Bankchef Jamie Dimon.

New York – Die anhaltend niedrigen Zinsen setzen der grössten US-Bank JPMorgan zu. Im wichtigen Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren brach das Ergebnis im dritten Quartal ein. Auch für die anderen US-Grossbanken wird nun mit einer ähnlichen Entwicklung gerechnet.

Wegen der Konjunkturabkühlung in China und anderen Schwellenländern zögerte die US-Notenbank Fed zuletzt mit der ersten Zinserhöhung seit fast zehn Jahren, obwohl die amerikanische Wirtschaft brummt.

JPMorgan-Finanzchefin Marianne Lake sagte am Dienstagabend nach der Veröffentlichung der Bilanz, das Marktumfeld für Banken bleibe schwierig. Die Schätzungen der Analysten für das laufende Quartal seien eher zu hoch.

In den Sommermonaten stürzten die Einnahmen im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen im Jahresvergleich um 22,6% auf 2,93 Mrd USD ab. Bereinigt um Sondereffekte wie Verkäufe ergab sich immer noch ein Minus von elf Prozent.

JPMorgan-Chef Jamie Dimon erklärte, seinem Institut machten weiterhin die Mini-Zinsen zu schaffen. Viele Experten rechnen nicht mehr für dieses Jahr mit der Zinswende in den USA, die Anlagen im Dollar-Raum attraktiver machen würde.

Gewinn gesteigert
Die Einnahmen des US-Branchenprimus sanken im abgelaufenen Quartal mit 6,4% überraschend deutlich, während drei der vier wichtigsten Sparten einen geringeren Gewinn auswiesen.

Unter dem Strich verdiente JPMorgan allerdings mit 6,8 Mrd USD 22% mehr als ein Jahr zuvor. Dies war aber vor allem auf positive Steuereffekte und niedrigere Lohnausgaben zurückzuführen. Zudem hatten hohe Lasten für Rechtsstreitigkeiten die Bilanz im Vorjahr getrübt.

JPMorgan betonte zudem, die gesamten Vermögenswerte das zweite Quartal in Folge abgebaut zu haben, dieses Mal um mehr als 32 Mrd USD. Das Institut hatte im Zuge der Finanzkrise mehrere Konkurrenten übernommen, die in Schieflage geraten waren. Das hatte die Bilanz stark aufgebläht. Nun will JPMorgan den Aufsehern signalisieren, Risiken zu reduzieren.

Am Mittwoch stehen noch die Quartalszahlen der Bank of America an. Die Citigroup und die führende Investmentbank Goldman Sachs folgen am Donnerstag. Mehrere Institute hatten bereits vorab gewarnt, mit einem Minus von rund fünf Prozent im Handel zu rechnen. (awp/mc/upd/ps)

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