2025 gab es satte Lohnerhöhungen – aber nicht für alle

2025 gab es satte Lohnerhöhungen – aber nicht für alle
(Bild: © Swisshippo / AdobeStock)

Neuenburg – Herr und Frau Schweizer haben im letzten Jahr im Durchschnitt von einer deutlichen Lohnsteigerung profitiert. Die Branchenunterschiede und die Unterschiede nach Geschlecht sind allerdings riesig. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Lohnstatistik.

Um wie viel ging es aufwärts?
Im Jahr 2025 sind die Nominallöhne laut den Berechnungen des Bundesamts für Statistik (BFS) durchschnittlich um 1,8 Prozent gestiegen, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Das BFS schätzt die Nominallohnentwicklung quartalsweise. In der letzten Schätzung von Ende 2025 war noch von einem Anstieg um 2,0 Prozent die Rede gewesen.

Blieb auch unter dem Strich mehr Geld im Portemonnaie?
Zwar wurde ein Teil der Lohnzuwächse durch die Inflation wieder aufgefressen. Unter Einbezug einer durchschnittlichen Jahresteuerung von 0,2 Prozent stiegen die Reallöhne im Durchschnitt aber immer noch um 1,6 Prozent, wie das BFS festhält.

Wie ist dies im langjährigen Vergleich einzuordnen?
Der aktuelle Reallohnanstieg ist laut dem BFS der deutlichste seit 2009, als ein Plus von 2,6 Prozent gemessen wurde. Eine vergleichbare Zunahme sei einzig 2015 und 2020 mit +1,5 Prozent beobachtet worden. Im Jahr 2024 waren die Löhne gemäss BFS real hingegen nur um 0,7 Prozent gestiegen. In den drei Jahren davor hatten sogar Reallohneinbussen zwischen 0,4 und 1,9 Prozent resultiert.

Welche Folgen hat das für die Gesamtwirtschaft?
In der Tendenz stützen Reallohnsteigerungen den Konsum. Und auf einen starken Konsum ist die Schweizer Wirtschaft derzeit dringend angewiesen. So ist er laut den aktuellsten Prognosen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) im laufenden und kommenden Jahr nämlich die eigentliche Stütze. Er werde um 1,4 und 1,5 Prozent wachsen. Hingegen schwächelt laut dieser Prognose die Exportwirtschaft wegen der geringen globalen Nachfrage, und in der Folge ist die Investitionsbereitschaft der Firmen eher tief. Wegen des Sparprogramms des Bundes nehme ausserdem der Staatskonsum ab.

Profitieren alle von Lohnsteigerungen?
Es gibt grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. So variiert der Lohnanstieg im Industriesektor laut dem BFS zwischen 0,7 und 3,1 Prozent, im Dienstleistungssektor zwischen 0,4 und 3,3 Prozent.

Wo ging es am stärksten aufwärts?
Die grössten Zuwächse gab es in der öffentlichen Verwaltung. Hier stiegen die Nominallöhne im Schnitt um 3,3 Prozent. Eine praller gefüllte Lohntüte gab es ausserdem in der Pharma- und Chemiebranche (+3,1 Prozent). Auch bei den «freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten» ging es mit 2,6 Prozent deutlich aufwärts. Über dem Schnitt waren die Lohnsteigerungen auch in der Metallindustrie (+2,4 Prozent) und dem Bereich «Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, Uhren und elektrischen Ausrüstungen» (+2,3 Prozent).

Welche Branchen hinkten hinterher?
Klar unter dem Schnitt war das Plus im «Maschinen- und Fahrzeugbau». Hier stiegen die Löhne im Schnitt nur um 0,7 Prozent. Noch geringer war das Lohnwachstum im Gesundheits- und Sozialwesen mit +0,4 Prozent.

Frauen oder Männer: Wer erhielt das grössere Lohnplus?

Eindeutig die Frauen. Die Nominallöhne der Frauen stiegen 2025 im Durchschnitt um 2,3 Prozent. Die Männer erhielten im Schnitt nur 1,5 Prozent mehr. (awp/mc/ps)

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