Mobiliar dank Börsengang der SMG mit Gewinnsprung
Bern – Nach dem Spitzenergebnis im vergangenen Jahr erwartet Mobiliar-Chefin Michèle Rodoni keinen Rekord mehr im Jubiläumsjahr 2026, wenn der Versicherer sein 200-jähriges Bestehen feiert. Denn der höchste Gewinn der Geschichte sei einer Reihe von Sonderfaktoren zu verdanken.
Der Börsengang der Swiss Marketplace Group (SMG) sowie der Verkauf von Aktien und Gold spülten 2025 viel Geld in die Kasse. «So etwas passiert nicht jedes Jahr», sagte Rodoni am Mittwoch am Rande der Bilanzmedienkonferenz in Bern im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.
Dies führte zu einem Gewinnsprung auf 825 Millionen Franken. Das ist mehr als das Doppelte des Vorjahresgewinns von 390,7 Millionen Franken. Insbesondere mit Goldverkäufen hat die Mobiliar im vergangenen Jahr eine Stange Geld verdient. Insgesamt wurden rund 3 von etwa 16 Tonnen Gold verkauft, wie der Leiter des Asset Managements, Michael Christen, sagte. Grund dafür sei der stark gestiegene Goldpreis, der im vergangenen Jahr um 44 Prozent zugelegt habe. Welche Summe die Verkäufe des Edelmetalls eingebracht haben, wollte Christen nicht beziffern.
SMG-Börsengang bringt hübsche Summe
Zudem profitierte die Mobiliar vom Börsengang der Swiss Marketplace Group (SMG) im vergangenen September. Dabei verkaufte der Versicherer einen Anteil von etwa 10 Prozent an dem Online-Inserateplattformbetreiber.
Ausserdem habe man nicht strategiekonforme Beteiligungen verkauft oder eingestellt, hiess es weiter. Die Reduktion der Beteiligung an der SMG und die Bereinigung des Beteiligungsportfolios brachten gut 300 Millionen Franken ein.
Dies trieb das finanzielle Ergebnis auf 901,9 Millionen Franken nach oben. Auch das ist mehr als das Doppelte des Vorjahres (416,7 Millionen). Das sei mit Abstand das höchste Finanzergebnis überhaupt in der langen Geschichte der Versicherungsgruppe.
Blatten kostet 140 Millionen
Damit konnte die Mobiliar den Riesenschaden aus dem verheerenden Felssturz auffangen, der am 28. Mai 2025 das Walliser Bergdorf Blatten verschüttet hatte. Die Katastrophe verursachte Bruttoschäden von rund 140 Millionen Franken, die das Ergebnis belasteten. Nach Abzug der Zahlungen der Rückversicherung und des Elementarschadenpools musste die Mobiliar netto 85 Millionen schultern.
Weitere Schäden aus dem Unglück seien für die Mobiliar nicht zu erwarten, sagte Rodoni: «Das ist alles für uns.»
Blatten sei aber nicht der grösste Schadenfall für die Mobiliar, und zwar bei weitem nicht, sagte Finanzchef Alex Flückiger. Die teuerste Naturkatastrophe ist bis heute das Hochwasser von August 2005, das die Mobiliar mehrere hundert Millionen kostete, wie ein Blick ins Archiv zeigt.
Trotz des Grossschadens von Blatten konnte die Mobiliar den Schaden-Kostensatz (Combined Ratio) leicht auf 97,0 Prozent verbessern. Denn 2025 habe es abgesehen von Blatten relativ wenige Elementarschäden gegeben, sagte Flückiger.
Auch die Brandkatastrophe von Crans-Montana, bei der in der Silvesternacht in einem Club 41 Menschen starben und 115 verletzt wurden, wird bei der Mobiliar nicht zu vielen Schadensmeldungen führen: «Wir sind nur marginal betroffen», sagte Rodoni.
Keine Prämienerhöhung für alle
Im laufenden Jahr verzichtet die Mobiliar weiterhin auf eine allgemeine Prämienerhöhung für alle Kunden. Erhöhungen gebe es nur für Neuabschlüsse oder Ersatzgeschäft, sagte Rodoni. So steigt die Prämie also, wenn man beispielsweise ein neues Auto kauft oder das Fahrzeug wechselt.
Im Jubiläumsjahr zeigt sich der Versicherer spendabel: Von Juli 2026 bis Juni 2027 sollen Kunden mit einer Fahrzeug-, Betriebs- oder Reiseversicherung eine Prämienreduktion erhalten, hiess es. Damit fliessen insgesamt 319 Millionen an die Versicherten zurück. (awp/mc/pg)