Mobiliar steigert den Gewinn deutlich

Markus Hongler
Mobiliar-CEO Markus Hongler. (Bild: Mobiliar)

Mobiliar-CEO Markus Hongler. (Bild: Mobiliar)

Bern – Die Mobiliar hat im vergangenen Geschäftsjahr das Prämienvolumen leicht und den Gewinn stark gesteigert. Ein gutes Anlageergebnis und der Verkauf der Beteiligung an der Nationale Suisse begünstigten das Ergebnis. Operativ gewann die genossenschaftlich organisierte Versicherungsgruppe in der Schadenversicherung Marktanteile hinzu, während die Lebensparte mit Blick auf das rekordtiefe Zinsniveau in einem herausfordernden Umfeld operiert.

Der konsolidierte Jahresgewinn der Mobiliar wuchs 2014 um 56% auf 596 Mio CHF. CEO Markus Hongler sprach am Mittwoch an der Bilanzmedienkonferenz von einem «hervorragenden Ergebnis», welches auch ohne den Beteiligungsgewinn aus dem Nationale-Verkauf (161 Mio) noch um beinahe 15% angestiegen wäre. Die bereinigte Eigenkapitalrendite verbesserte sich um einen halben Prozentpunkt auf 10,5%.

Im laufenden Jahr kommen Kunden der MobiCasa Haushalt- und Gebäudeversicherungen in den Genuss von einer 20%igen Prämienvergünstigung, was eine Gewinnausschüttung an Kunden von 144 Mio CHF bedeutet.

Nationale-Effekt begünstigt Gewinnentwicklung
Die Mobiliar hielt 19,2% an Nationale und verzichtete im Herbst des vergangenen Jahres darauf, zum Helvetia-Angebot eine Gegenofferte zu lancieren. «Wir hätten für die Nationale einen Plan gehabt, doch war der Preis für das Geschäft, für das wir uns interessierten, zu hoch», sagte Hongler. Ausserdem hätte man mit dem Zukauf die bewährte Unternehmenskultur der Mobiliar auf die Probe gestellt.

Das finanzielle Ergebnis stieg auch um den Sondereffekt bereinigt um hohe 45% auf 433 Mio CHF. Die Anlagen profitierten von der positiven Marktentwicklung, wobei dies insbesondere bei Aktien und Immobilien der Fall war. Mit Zukäufen erhöhte die Mobiliar die Aktienquote gar auf 9,8% und baute diese zu Beginn des neuen Jahres weiter aus, wie der neue Anlagechef Sven Rump festhielt.

Wachstum in Stadtgebieten
Die Bruttoprämieneinahmen stiegen um 1,3% auf 3,47 Mrd CHF. Dabei wuchs das Nichtlebengeschäft um 3,7% auf 2,66 Mrd und übertraf damit das Marktwachstum (1%) klar. Mit einem Marktanteil von 17,7% (+0,5 Prozentpunkte) festigte die Gruppe die führende Stellung im Nichtlebenmarkt Schweiz. Das grösste Wachstum wurde in den Bereichen Motorfahrzeug (+5,1%) und Rechtsschutz (+7,0%) generiert, doch auch mit Haftpflicht- (+3,5%) und Sachversicherungen (+2,5%) sei man über Markt gewachsen, hiess es.

«Unser Geheimnis ist es, dass wir kaum Kunden verlieren», verriet Hongler. Zudem gelang es, mit gezielten Initiativen in den Städten Zürich und Genf um jeweils über 10% zu wachsen. Die historisch bedingt in ländlichen Regionen und rund um Bern stark vertretene Mobiliar, bearbeitet mit der Eröffnung von Agenturen und über die Werbung seit 2011 verstärkt die Region am Genfersee und die Stadt Zürich. Die Combined Ratio in der Schadenversicherung verschlechterte sich derweil leicht auf 91,9% nach zuvor 91,4%.

Im Lebengeschäft sanken die Prämieneinnahmen um 5,7% auf 818 Mio CHF. Dort legt die Mobiliar den Fokus etwa auf Säule-3a-Produkte, wo das Volumen um 3,6% zunahm. In der beruflichen Vorsorge sanken die Einnahmen mit den Risiko-Rückversicherungen für Vorsorgeeinrichtungen um 7,5%. Hier hätten die Vollversicherungslösungen, welche von der Mobiliar nicht angeboten werden, im vergangenen Jahr an Gewicht gewonnen.

Weiteres Wachstum
Die Eigenkapitalausstattung bleibt mit einer Solvenzquote I von 626% (VJ 568%) und mit den über 300% im Swiss Solvency Test (SST) im Konkurrenzvergleich sehr solide. Aufbauend darauf will die Mobiliar organisch wachsen, wobei Markus Hongler in den Stadtregionen sowie mit einem auf Flexibilität und Sicherheit ausgestalteten, neuen Sparprodukt (Lancierung per 1. Mai) in der Einzellebenversicherung weiteres Potenzial sieht.

Ein besonderes Augenmerk legt Hongler auch auf das Firmengeschäft, wo die Mobiliar in der Vergangenheit an Kraft verloren habe und Schweizer Kunden neu dank der Kooperation mit der deutschen Gothaer ins Ausland «begleitet» werden können. (awp/mc/pg)

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