Morgan Stanley leidet unter Milliardenvergleich

James Gorman

Morgan-Stanley-CEO James Gorman.

New York – Ein milliardenschwerer Vergleich hat die US-Investmentbank Morgan Stanley in die roten Zahlen gedrückt. Das Wall-Street-Haus hatte einen langen Streit um Hypothekenpapiere mit dem Anleiheversicherer MBIA beigelegt und dabei Zugeständnisse gemacht. Das sorgte nun im vierten Quartal für einen Verlust von unterm Strich 275 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Morgan Stanley 600 Millionen Dollar verdient.

Dennoch sprang die Aktie am Donnerstag vorbörslich um mehr als 5 Prozent hoch. Die Kosten des Vergleichs waren bereits bekannt, und die Anleger hatten sogar mit einem noch höheren Minus gerechnet. Doch Morgan Stanley konnte mit seinem Tagesgeschäft dagegenhalten. Die Bank kam mit den Turbulenzen auf den Kapitalmärkten besser zurecht als gedacht.

Marktanteile gewonnen
Morgan Stanley habe Marktanteile gewonnen, erklärte Firmenchef James Gorman in New York. «Wir haben das Jahr in einer besseren Verfassung beendet als wir hineingegangen sind», sagte Gorman und versprach weitere Fortschritte in diesem Jahr. Als Stütze in der Schuldenkrise hatte sich die Vermögensverwaltung für reiche Kunden erwiesen. Im Gesamtjahr musste Morgan Stanley dennoch einen Gewinneinbruch um 42 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar hinnehmen.

Klassisches Privatkundengeschäft fehlt

Morgan Stanley steht genauso wie der Erzrivale Goldman Sachs unter enormen Druck. Beiden Investmentbanken fehlt ein klassisches Privatkundengeschäft, um die Kapriolen auf den Finanzmärkten ausgleichen zu können. Erschwerend kam hinzu, dass Morgan Stanley länger als die Konkurrenz gebraucht hatte, um die Finanzkrise des Jahres 2008 zu verdauen. (awp/mc/ps)

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