Morgan Stanley mit starkem Jahresendspurt

James Gorman

James Gorman, CEO Morgan Stanley.

New York – Ein florierendes Geschäft mit Aktien hat der Investmentbank Morgan Stanley zum Jahresende ein gutes Ergebnis beschert. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 481 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Freitag in New York mitteilte. Damit übertraf die Bank die Erwartungen der Experten deutlich und kehrte in die Gewinnzone zurück. Die Bank hatte sowohl im Vorquartal als auch Ende 2011 rote Zahlen geschrieben.

Über das Jahr gesehen reichte das Plus zwischen Oktober und Dezember aber nicht aus, um einen Gewinn zu erzielen. Wegen der Neubewertung der eigenen Schulden steht für 2012 ein Verlust von 117 Millionen US-Dollar in den Büchern. Die Bewertung eigener Schulden ist ein reiner Bilanzierungseffekt, der sich in guten Zeiten für die Banken negativ auswirkt, in schlechten das Ergebnis schönt.

Starker Beifall der Aktienbörse
Am Aktienmarkt kamen die Zahlen gut an. Das Morgan-Stanley-Papier stieg in den ersten Handelsminuten um mehr als fünf Prozent. Die Aktie hatte sich in den vergangenen Monaten stark verteuert, nachdem Bankchef James Gorman im Herbst angekündigt hatte, 4.000 Stellen zu streichen. Er will die Bank zudem auf ein neues Fundament stellen.

Dazu will Gorman die Vermögensverwaltung für reiche Kunden ausbauen. Das Geschäft gilt auch in Krisenzeiten als stabile Ertragsquelle. Die Investmentbank hatte daher zuletzt weitere Anteile an der Vermögensverwaltungs-Tochter Morgan Stanley Smith Barney übernommen, die seine Bank zusammen mit der Citigroup betreibt. Morgan Stanley will den Partner bis 2015 komplett auszahlen. Gorman will damit die Abhängigkeit von den volatilen Finanzmärkten verringern.

Kritische Bemerkungen des Unternehmenschefs
Der seit 2010 amtierende Morgan-Stanley-Chef fiel im Oktober mit kritischen Bemerkungen über den Berufsstand auf. Die Bezahlung in der Branche sei immer noch zu hoch, hatte er der «Financial Times» gesagt. Es gebe zudem trotz der jüngsten Sparrunden weiterhin zu viele Investmentbanker. Für sein Haus stellte er weitere Kürzungen in Aussicht: Die Kosten stünden ungeachtet der jüngst verhängten Massnahmen weiter auf dem Prüfstand.

Morgan Stanley war die letzte der sechs grössten US-Banken, die ihre Zahlen vorgelegt haben. Dabei glänzten vor allem JPMorgan und Wells Fargo , die 2012 so viel verdient hatten wie noch nie. Auch die US-Investmentbank Goldman Sachs zeigte sich wiedererstarkt und mit deutlich höherem Gewinn. Geholfen hat dabei unter anderem auch eine kräftige Erholung am US-Häusermarkt.

US-Banken haben 2012 insgesamt mehr verdient
Die Bank of America und die Citigroup hatten dagegen noch stark an den Folgen der Finanzkrisen und den Sünden der Vergangenheit zu knabbern. Doch auch diese beiden Häuser hatten einige Milliarden Dollar verdient. Insgesamt hatten die sechs grössten Banken im vergangenen Jahr rund 59 Milliarden Dollar verdient und damit etwa 13 Prozent mehr als 2011. (awp/mc/upd/ps)

 

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