Nationalbank: UBS-Ökonomen erwarten Quartalsgewinn von 40 Mrd Franken

Nationalbank: UBS-Ökonomen erwarten Quartalsgewinn von 40 Mrd Franken
Hauptsitz der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in Bern. (Foto: SNB)

Zürich – Die Schweizerischen Nationalbank (SNB) dürfte im ersten Quartal vom schwächeren Franken und dem anhaltenden Boom an den Aktienmärkten stark profitiert haben. Die Ökonomen der Grossbank UBS schätzen für die Periode von Januar bis März 2021 einen Gewinn von rund 40 Milliarden Franken.

Der globale Zinsanstieg wegen der Konjunkturerholung nach Corona und der schwächere Goldpreis hätten derweil einen noch höheren Gewinn verhindert, heisst es in einer Mitteilung der Bank vom Montag. Die Zahlen der SNB werden am kommenden Donnerstag frühmorgens veröffentlicht.

Dollar um fast 7% aufgewertet
Ein schwächerer Franken bedeutet bekanntlich eine deutliche Aufwertung des in Fremdwährungen gehaltenen Anlageportfolios der SNB. Der US-Dollar wertete gegenüber dem Franken im ersten Quartal um fast 7 Prozent auf. Von den SNB-Devisenreserven von über 900 Milliarden Franken sind über ein Drittel in US-Dollar gehalten, was laut der UBS-Berechnung zu einem Aufwertungsgewinn von über 20 Milliarden Franken geführt haben sollte.

Das Pfund und der kanadische Dollar werteten um rund 8 Prozent auf, der Euro um gut 2 Prozent. Einzig der japanische Yen wertete sich gegenüber dem Schweizer Franken leicht ab. Im ersten Quartal dürften die Anlagen der SNB (in Schweizer Franken) somit wegen des Währungseffekts um knapp 40 Milliarden Franken an Wert gewonnen haben.

Die globalen Aktienmärkte konnten laut dem UBS-Vorbericht von Januar bis März um rund 6 Prozent zulegen, was bei einem Aktienportfolio von rund 180 Milliarden Franken zu einem weiteren Gewinnbeitrag von 10 Milliarden bei der SNB geführt haben dürfte. Auch die wiederkehrenden Erträge sollten mit knapp 3 Milliarden Franken zum Gewinn beigetragen haben. Neben den Einnahmen aus Zinszahlungen und Negativzinsen gehören dazu auch Dividendenausschüttungen.

Kehrseite höhere Zinsen
Die Kehrseite der Konjunkturerholung war der deutliche Zinsanstieg weltweit. In den USA legten die Zinsen von 10-jährigen Staatsanleihen um rund 80 Basispunkte (BP) zu, in Deutschland um gut 30. Allerdings betrage die Laufzeit der von der SNB gehaltenen Anleihen eher 5 als 10 Jahre, was den Kursverlust signifikant reduziere, heisst es bei der UBS.

Fünfjährige Zinsen in den USA sind demnach um gut 50 BP gestiegen, was einen Verlust von rund 2,5 Prozent nach sich ziehe. In Deutschland sind die fünfjährigen Bonds um gut 10 BP gestiegen, wodurch ein Verlust von 0,5 Prozent resultiere. Insgesamt dürften die Obligationen (in Fremdwährungen) somit ca. 10 Milliarden Franken an Wert verloren haben, schätzen die Ökonomen der Grossbank.

Negativ hat auch die Entwicklung des Goldpreises zu Buche geschlagen. Dieser verlor rund 4 Prozent in US-Dollar, was zu einer Gewinnminderung von über 2 Milliarden Franken geführt haben dürfte. (awp/mc/pg)

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