Renditen für italienische und spanische Anleihen steigen

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Frankfurt am Main – Die Renditen von italienischen und spanischen Staatsanleihen sind am Montag auf Rekordstände seit der Euro-Einführung gestiegen. Die grosse Verunsicherung vor dem Euro-Gipfel am Donnerstag treibe die Anleger raus aus italienischen und spanischen Staatsanleihen, sagte David Schnautz, Anleiheexperte von der Commerzbank.

So kletterte die Rendite von zehnjährigen italienischen Anleihen um 0,22 Prozentpunkte auf 5,962 Prozent. Zuvor hatte sie erstmals die Marke von sechs Prozent überschritten. Zehnjährige spanische Anleihen kletterten um 0,26 Prozentpunkte auf 6,279 Prozent. Die als sicher geltenden deutschen Papiere fielen hingegen um 0,05 Prozentpunkte auf 2,644 Prozent.

Überschreiten der 6-Prozent-Marke beunruhigend
Beunruhigend sei, dass in den beiden Schwergewichten der Eurozone auch die psychologisch wichtige Marke von sechs Prozent überschritten wurde. «Beschwichtigungen und Absichtserklärungen von Seiten der Politik helfen in diesem Umfeld nicht mehr weiter», sagte Schnautz. «Der Gipfel am Donnerstag muss sehr konkrete Ergebnisse liefern, um die Märkte zu beruhigen.» Wahrscheinlich reiche eine Einigung im Fall Griechenland gar nicht mehr aus. Es müsse zudem eine Regelung für die weitere Ausgestaltung des Rettungsfonds gefunden werden.

Italienisches Sparprogramm ohne Wirkung am Markt
Die Märkte haben kaum auf die Verabschiedung des Sparpakets im italienischen Parlament am Freitag reagiert. Dabei ist das Paket laut Schnautz überzeugend und die Schnelligkeit, mit der es verabschiedet wurde, bemerkenswert. Spanien will am Donnerstag Anleihen mit Laufzeiten von 10 und 15 Jahren am Markt anbieten. In diesem Umfeld ist es laut Schnautz jedoch besonders schwierig, Anleihen mit langen Laufzeiten zu platzieren. Im weiteren Wochenverlauf erwartet der Experte daher eine weitere Verschärfung der Lage.

Auch in Griechenland und Portugal steigen Renditen
Auch die anderen Randländer der Eurozone wurden durch die grosse Verunsicherung belastet. Deutlich stiegen auch die Renditen für Anleihen aus Griechenland. Die Rendite kletterte um 0,61 Prozentpunkte auf 17,173 Prozent. Noch deutlicher war der Anstieg im zweijährigen Bereich. Hier kletterten die Anleihen um 1,46 Prozentpunkte auf 31,718 Prozent. Deutsche Bundesanleihen rentierten mit lediglich 1,186 Prozent.

Druck auf Portugal lässt nicht nach
Zweijährige portugiesische Staatsanleihen kletterten erstmals über die Marke von 20 Prozent. Bei Schuldscheinen mit einer Laufzeit von zwei Jahren stieg der Zinssatz im Vergleich zum Freitag um fast einen Prozentpunkt auf 20,3 Prozent. Trotz des im Mai beschlossenen 78 Milliarden schweren Hilfspakets der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das hoch verschuldete Land hat der Druck der Märkte auf Portugal nicht nachgelassen. Die Anleger und die Ratingagenturen bezweifeln, dass es Portugal gelingen wird, die mit der EU und dem IWF vereinbarten Ziele zu erreichen. (awp/mc/ps)

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