Spanien/Italien: Risikoaufschläge für Staatsanleihen legen zu

Staatsanleihen

Frankfurt am Main – Die beiden Eurokrisenländer Spanien und Italien sind am Dienstag erneut ins Visier der Finanzmärkte geraten. So haben die Risikoaufschläge für spanische und italienische Staatsanleihen am Dienstag deutlich zugelegt. So bewegt sich die Rendite für zehnjährige spanische Staatsanleihen wieder auf die Marke von sechs Prozent zu. In Italien stieg die Rendite von zehnjährigen Staatsanleihen am Dienstag um 0,18 Prozentpunkte auf 5,606 Prozent. In Spanien kletterte sie um 0,19 Prozentpunkte auf 5,922 Prozent. Zum Vergleich: Zehnjährige deutsche Staatsanleihen rentierten am Dienstag lediglich mit 1,680 Prozent.

Seit Januar waren die Renditen in beiden Ländern zurückgekommen und zeitweise unter die Marke von fünf Prozent gefallen. Anfang Januar hatte sie in Italien noch über der Marke von sieben Prozent gelegen. Die grosszügige Liquiditätsversorgung der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Reformpolitik in beiden Ländern hatte laut Volkswirten zu dem Rückgang der Renditen geführt. Die Verunsicherung an den Finanzmärkten habe jetzt wieder zugenommen, sagten Händler. Zudem seien die Zweifel an der Reformpolitik gewachsen. Spanien und Italien seien zwar unterschiedliche Länder, die Entwicklung an den Anleihemärkten sei jedoch weiter eng verbunden, sagten Händler. Verstärkt würden die Kursausschläge durch den weiterhin dünnen Handel nach den Osterfeiertagen.

Spanische Sparbemühungen beruhigen die Märkte nicht
Die Ankündigung von neuen zusätzlichen Einsparungen der spanischen Regierung im Gesundheits- und Bildungsbereich in einem Umfang von mehr als 10 Milliarden Euro hat die Märkte in diesem Umfeld nicht beruhigt. «Der volle Spareffekt dürfte kaum bereits in diesem Jahr erzielt werden, das 2012er Defizitziel von 5,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bleibt ambitioniert», schreibt die Commerzbank in einer Analyse. Mit Blick auf das Jahr 2013 würden diese Massnahmen aber vor allem den Regionen helfen, ihre Defizitziele zu erreichen.

Negative Reaktion auf laschere Arbeitsmarktreform in Italien
Negativ wurde aus Italien aufgenommen, dass die Regierung von Mario Monti ihre Arbeitsmarktreform aufgeweicht hat. Um eine breite Zustimmung im Parlament zu sichern, hatte der Regierungschef die Reform des Kündigungsschutzes abgeschwächt. Die Commerzbank erwartet nicht, das Monti es mit seiner Arbeitsmarktreform gelingen wird, die am Boden liegende Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. (awp/mc/pg)

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