Santander bekommt 2012 Schuldenkrise zu spüren

Alfredo Sáenz Abad

Alfredo Sáenz Abad, CEO Santander.

Madrid – Die spanische Grossbank Santander hat im vergangenen Jahr die Schulden- und Wirtschaftskrise im eigenen Land kräftig zu spüren bekommen. Der Überschuss brach 2012 vor allem wegen massiver Rücklagen für Immobilien und faule Kredite um mehr als die Hälfte auf 2,2 Milliarden Euro ein, wie das Institut am Donnerstag in Madrid mitteilte. Trotz einer leichten Verbesserung gegenüber den Vorquartalen konnte Santander auch zum Jahresende die Markterwartungen nicht erfüllen: Im vierten Quartal verdiente die Bank 401 (VJ: 47) Millionen Euro und damit nur rund die Hälfte dessen, was Analysten erwartet hatten. Die Aktie sackte nach Veröffentlichung der Zahlen um rund drei Prozent ab.

Für mögliche Ausfälle bei Krediten legte Santander im Gesamtjahr 2012 konzernweit 12,7 Milliarden Euro zurück, das waren fast 30 Prozent mehr als für das Jahr 2011. Zusätzlich musste Santander noch 6,1 Milliarden Euro auf ihren Bestand an Immobilienkrediten abschreiben, um die gesetzlichen Vorgaben der Regierung zu erfüllen. Die Banken in Spanien leiden neben der Rezession vor allem unter der Krise am Immobilienmarkt im eigenen Land. Chairman Emilio Botin zeigte sich zuversichtlich, dass sich nach den aussergewöhnlichen Abschreibungen die Gewinne im laufenden Jahr wieder spürbar erholen.

Dividende unverändert
Zuletzt konnte Santander die Verluste auf dem Heimatmarkt durch das starke Geschäfte im Ausland einigermassen wettmachen. Doch auch in den wichtigen Märkten in Grossbritannien und Brasilien gingen die Gewinne im abgelaufenen Jahr prozentual zweistellig zurück. Den Aktionären will das Institut für 2012 trotz des Gewinneinbruchs eine unveränderte Dividende von 60 Cent Dividende je Aktie zahlen.

Teil der Notfall-Kredite an EZB zurückbezahlt
Die Kapitalsituation der Bank besserte sich trotz der Probleme im Heimatmarkt. Die spanische Bank konnte daher einen Teil der Notfall-Kredite der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückgeben. Die im Rahmen des ersten langfristigen Refinanzierungsgeschäfts (LTRO) der EZB ins Haus geholten 24 Milliarden Euro seien zurückgezahlt worden. Die 11 Milliarden Euro aus dem zweiten Geschäft dieser Art will das Institut zunächst als «Liquiditäts-Versicherung» behalten. Die EZB hatte den Banken in der Krise Kredite zu besonders günstigen Konditionen bereitgestellt. (awp/mc/ps)

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