Schweizer Banken verdienten 2019 deutlich weniger

Grossbanken
Hauptsitze der UBS und CS am Paradeplatz in Zürich. (Photo by 🇨🇭 Claudio Schwarz | @purzlbaum on Unsplash)

Zürich – Die Schweizer Banken haben im vergangenen Jahr laut einer Statistik der Nationalbank insgesamt deutlich weniger verdient, nachdem sie 2018 noch auf Gewinne von über 11 Milliarden Franken gekommen waren. Sowohl der Personalbestand als auch die Anzahl der Institute gingen zurück.

Ende 2019 gab es in der Schweiz 246 Banken und damit zwei weniger als ein Jahr zuvor, wie aus der Statistik „Die Banken in der Schweiz 2019“ der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Donnerstag hervorging.

Stellenverlagerungen
Der Personalbestand nahm in Vollzeitstellen gerechnet um 1’304 auf 106’084 ab, davon 1’130 Stellen im Inland und 175 im Ausland. Der Grossteil des Rückgangs im Inland sei darauf zurückzuführen, dass die Grossbanken Stellen in andere Konzerneinheiten verlagerten, die nicht von der Bankenstatistik erfasst würden, so die SNB in einer Mitteilung.

Bei ausländisch beherrschten Banken und bei den Börsenbanken (auf Börsen-, Effekten- und Vermögensverwaltungsgeschäfte spezialisierte Institute) reduzierten sich die Stellen zudem um 244 beziehungsweise 151. Bei den Kantonalbanken und bei „Anderen Banken“ erhöhte sich hingegen der Mitarbeiterbestand um 228 beziehungsweise 194 Stellen.

Kantonalbanken mit mehr Stellen
Auffällig ist indes der starke Rückgang des zusammengefassten Erfolgs im vergangenen Jahr. 216 Banken erzielten 2019 Gewinne in der Höhe von insgesamt 13,1 Milliarden Franken, während 30 Banken Verluste von insgesamt 12,3 Milliarden auswiesen. Damit betrug der aggregierte Periodenerfolg aller Banken lediglich noch 0,8 Mrd Franken nach 11,5 Milliarden im Vorjahr.

Dies war laut SNB massgeblich durch eine Grossbank bedingt. Die beiden Grossbanken wiesen auf Konzernstufe im vergangenen Jahr zwar jeweils Milliardengewinne aus, gemäss den in der Statistik der SNB betrachteten so genannten Stammhausabschlüssen ergab sich jedoch ein aggregierter Verlust von 5,6 Milliarden Franken.

Denn die besagte eine Grossbank änderte ihre Bewertungsgrundsätze für Beteiligungen an anderen Konzerngesellschaften, was im Stammhausabschluss zu hohen Wertberichtigungen führte. Zum Stammhaus gehören laut Nationalbank die Geschäftsstellen in der Schweiz sowie die rechtlich unselbständigen Filialen im Ausland. Im Gegensatz dazu umfassen die Konzernabschlüsse der Banken auch die Geschäfte der rechtlich selbständigen Tochtergesellschaften im Inland und Ausland.

Die Neubewertung stand der SNB zufolge in Zusammenhang mit im Jahr 2015 revidierten Rechnungslegungsvorschriften. Diese schrieben vor, dass Banken bis Ende 2019 von Pauschal- auf Einzelbewertungen umstellen mussten.

Alle anderen Bankengruppen wiesen aggregierte Gewinne von insgesamt 6,3 Milliarden Franken aus. Davon entfiel rund die Hälfte auf die Kantonalbanken.

Die aggregierte Bilanzsumme der Banken in der Schweiz stieg 2019 derweil um 2,9 Prozent auf 3’317,6 Milliarden Franken. Der Anstieg der Hypothekarforderungen gegenüber dem Inland setzte sich weiter fort mit +3,2 Prozent auf 1’042,6 Milliarden. (awp/mc/pg)

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