SEC schaltet sich in Untersuchung zu Devisenmarkt-Manipulation ein

SEC

US-Börsenaufsicht SEC in Washington.

New York – In die Ermittlungen über die mögliche Manipulation von Devisenkursen hat sich Kreisen zufolge die mächtige US-Börsenaufsicht SEC eingeschaltet. Die Behörde untersuche, ob Händler grosser Banken durch Devisenkurs-Manipulationen die Preise für Optionen und bestimmte börsengehandelte Index-Fonds (sogenannte Exchange-traded Funds, ETFs) beeinflusst haben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ein Sprecher der Behörde wollte die Informationen nicht kommentieren.

Die SEC würde sich in einen Reigen von Behörden weltweit einreihen, die derzeit untersuchen, ob die Kurse an dem mit einem Volumen von rund fünf Billionen Dollar weltweit grössten Finanzmarkt manipuliert wurden. Da das Geschäft kaum reguliert ist, gestalten sich die Untersuchungen schwierig. Im Visier sind dabei die grössten Banken der Welt – darunter auch die Deutsche Bank . Diese gehört zu den wichtigsten Devisenhändlern der Welt.

Interne Ermittlungen bei UBS und weiteren Banken
Das grösste deutsche Bankhaus prüft derzeit, inwieweit ihre Händler Devisenkurse beeinflusst haben. Kreisen zufolge hat sie bereits drei Mitarbeiter fristlos gekündigt. Auch bei anderen Grossbanken wie der britischen Barclays, der Schweizer UBS sowie den US-Häusern Citigroup und JPMorgan laufen interne Ermittlungen. Nach einer Bloomberg-Aufstellung wurden weltweit schon mehr als 20 Händler deswegen entlassen.

Skandal mit grosser Sprengkraft
Behörden ermitteln seit vergangenem Jahr bei mindestens einem Dutzend Banken, ob es am Devisenmarkt ähnlich wie bei den Referenzzinssätzen Euribor/Libor zu Manipulationen gekommen ist. Der oberste Bankenwächter der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Raimund Röseler, sieht im Devisenskandal grosse Sprengkraft. «Libor war schon gross, aber das Devisen-Thema hat sicherlich das Potenzial für einen Skandal», hatte er Anfang Februar in einem Interview mit dem «Handelsblatt» gesagt.

UBS versucht erneut mit Kronzeugenregelung Strafe gering zu halten
Im Libor-Skandal um manipulierte Referenzzinssätze haben Behörden weltweit Banken bislang zu Zahlungen von rund 6 Milliarden US-Dollar verdonnert. Die Deutsche Bank etwa bekam von der EU eine Strafe von 725 Millionen Euro aufgebrummt und wartet noch auf eine Einigung in den USA und Grossbritannien. Nach Bloomberg-Informationen versucht die UBS wie schon beim Libor-Skandal dabei, ihre eigene Strafe über eine Kronzeugenregelung möglichst gering zu halten. (awp/mc/ps)

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