SIX Group bestätigt Interesse an Kreditkartenanbieter Paylife

Urs Rüegsegger

Urs Rueegsegger, CEO SIX Group. (Foto: SIX Group)

Zürich – Die SIX Group hat Pressemeldungen bestätigt, wonach sie von einer Mehrheit der Eigentümer den Zuschlag für den österreichischen Kreditkartenanbieter Paylife erhalten hat. «Der Verkaufsprozess ist in Gang und bis auf die Raiffeisen Zentralbank (RZB) haben sich die Eigentümer für einen Verkauf an die SIX entschieden», sagte ein Sprecher der Börsenbetreiberin am Montag gegenüber AWP.

Das Unternehmen bestätigte damit einem Bericht des österreichischen «Wirtschaftsblatt» vom Montag. Demnach haben die Grossbanken Bank Austria, Erste Bank, Bawag und ÖVAG dem Angebot der SIX bereits zugestimmt. «Die RZB hat nun 10 Wochen Zeit ein bestehendes Vorkaufsrecht auszuüben oder dem Verkauf zuzustimmen», so der SIX-Sprecher weiter. Zudem müsse der Kauf von den zuständigen Wettbewerbs- und Aufsichtsbehörden noch genehmigt werden. Als Verkaufspreis für Paylife nennt der Zeitungsartikel unter Berufung auf Kreise einen Betrag von knapp unter 100 Mio. Euro. Der SIX-Sprecher wollte dazu keine Angaben machen.

Raiffeisen: «Wir prüfen alle Optionen»
Laut Wirtschaftsblatt werde sich auch Raiffeisen vom Kreditkartenanbieter trennen. Ein entsprechender Vorstandsbeschluss liege allerdings noch nicht vor. «Wir prüfen alle Optionen», wird RZB-Sprecher Andreas Ecker in der Meldung zitiert. Die Bank Austria ist mit 24% grösster Eigentümer von Paylife. Die Bawag hält 20,7%, die Erste Bank 20,5%, der Raiffeisen-Sektor 12,8%, die Volksbanken 8,3%, die Hypobanken 5,1% und andere Finanzinstitute 8,6%.

Paylife hat dem Bericht zufolge im Jahr 2011 Betriebserträge in Höhe von 153,8 Mio EUR erzielt. Durch einen Sondereffekt stieg der Gewinn auf 49,3 Mio. Das Bankomatgeschäft von Paylife wurde abgespalten und in die eigens gegründete Gesellschaft PSA Payment Services Austria ausgegliedert.

Die EU-Kommission habe seit Jahren auf die österreichischen Banken Druck ausgeübt, da diese nicht nur Paylife besitzen, sondern auch den Wettbewerber Card Complete, heisst es in dem Artikel weiter. (awp/mc/upd/ps)

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