SNB belässt Leitzins bei null Prozent
Zürich – Die Schweizerische Nationalbank (SNB) belässt den Leitzins ein weiteres Mal bei 0,00 Prozent. Vor allem die Entwicklung der Weltwirtschaft wird von den Währungshütern als Risiko für die globale Konjunktur gesehen.
Die erneute Zinspause der SNB kommt nicht überraschend. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonominnen und Ökonomen hatten diesen Entscheid im Vorfeld unisono so erwartet.
Angesichts des Konflikts im Nahen Osten sei aber die Bereitschaft der SNB für Interventionen am Devisenmarkt erhöht, teilten die Schweizer Währungshüter am Donnerstag im Rahmen der vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung mit. Damit wirke man einer raschen und übermässigen Aufwertung des Frankens entgegen. Diese könnte die Preisstabilität in der Schweiz gefährden.
Wegen des aktuellen Anstiegs der Energiepreise liege die Inflationsprognose für die nächsten Quartale zwar höher als im Dezember, so die SNB weiter. Der mittelfristige Inflationsdruck habe sich aber kaum verändert. Die Geldpolitik trage jedenfalls dazu bei, die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und stütze entsprechend auch die Wirtschaftsentwicklung.
Ausserdem werde man die Lage weiter genau beobachten und die Geldpolitik, wenn nötig anpassen, um die Preisstabilität auch in der mittleren Frist sicherzustellen, wird weiter betont. Gemäss der aktuellen Prognose der SNB befindet sich die Inflation über den gesamten Prognosezeitraum im Bereich der Preisstabilität, was bei der SNB einem Bereich zwischen 0 und höchstens 2 Prozent entspricht. Der letzte Wert vom Februar lag bei +0,1 Prozent.
Risiken deutlich zugenommen
Mit dem Krieg im Nahen Osten hat aber vor allem die Unsicherheit deutlich zugenommen. «Der Ausblick für die Weltwirtschaft unterliegt bedeutenden Risiken», schreibt die SNB. In ihrem Basisszenario geht sie davon aus, dass der Anstieg der Energiepreise die Inflation in vielen Ländern kurzfristig erhöhen wird. Zudem dürfte sich das Wachstum der Weltwirtschaft vorübergehend etwas verlangsamen.
Für die Schweiz bedeutet das: Die Aussichten für die kommenden Monate sind «unsicher». Vor allem in der kürzeren Frist könnte das Wachstum «eher verhalten» ausfallen, mittelfristig sei dann aber wieder eine gewisse Belebung zu erwarten.
Für das Gesamtjahr 2026 geht die Nationalbank aktuell aber unverändert von einem Wachstum von rund 1 Prozent aus, gefolgt von rund 1,5 Prozent im Jahr 2027. Das Hauptrisiko für die Wirtschaftsaussichten in der Schweiz sei die Entwicklung der Weltwirtschaft. Insbesondere könnte die Situation im Nahen Osten die globale Wirtschaftsaktivität bremsen, so die SNB.
Energiepreise stellen Risiko da
Als Risiken für die Weltwirtschaft nennt die SNB vor allem, dass die Energiepreise stärker ansteigen als im Basisszenario erwartet, was die Inflation deutlich erhöhen und das Wirtschaftswachstum merklich bremsen würde. Auch mögliche Lieferkettenprobleme und die gestiegene Unsicherheit könnten auf dem Wachstum lasten.
Neben der Situation im Nahen Osten bleibe zudem auch der handelspolitische Ausblick weiterhin unsicher, betont die SNB. (awp/mc/ps)