SNB interveniert weiterhin am Devisenmarkt

SNB interveniert weiterhin am Devisenmarkt
Sitz der Schweizerischen Nationalbank in Zürich. (Foto: SNB)

Zürich – Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat wohl auch in der vergangenen Woche am Devisenmarkt gegen die Aufwertung des Frankens interveniert. Darauf hin deutet die erneut kräftige Zunahme der Sichtguthaben bei der SNB.

Die Einlagen von Bund und Banken stiegen innert Wochenfrist um 6,7 auf neu 627,2 Milliarden Franken, wie die SNB am Montag mitteilte. Das ist immerhin etwas weniger als in der Vorwoche, als die SNB-Sichtguthaben mit rund 11,7 Milliarden so stark zugelegt hatten wie seit Aufhebung des Euro-Mindestkurses Anfang 2015 nicht mehr. In den letzten vier Wochen zusammen stiegen die Sichtguthaben um gegen 30 Milliarden Franken. Das sind mehr als doppelt soviel wie im ganzen letzten Jahr zusammen.

Die SNB hatte Mitte März anlässlich ihrer vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung verlauten lassen, dass sie wegen der jüngsten Frankenaufwertung im Zusammenhang mit der Corona-Krise verstärkt am Devisenmarkt eingreifen wolle. Die SNB kauft bei ihren Deviseninterventionen Fremdwährungen und schreibt den Banken den Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut. Deshald sind die Sichtguthaben ein guter Indikator für Interventionen.

Der Schweizer Franken gilt unter Anlegern – wie beispielsweise auch der japanische Yen – als sicherer Hafen und hat im Zuge der Verwerfungen an den Finanzmärkten und der Rezessionssorgen an Wert gewonnen. Das zeigt sich gut in der Kursentwicklung zum Euro. Nachdem die europäische Gemeinschaftswährung zu Jahresbeginn noch rund 1,10 Franken gekostet hatte, lag der Kurs zuletzt noch bei 1,0550 Franken.

Refinanzierung der Notkredite
Zum derzeit starken Anstieg der Sichtguthaben dürften Experten zufolge aber nicht nur Interventionen der SNB an den Devisenmärkten geführt haben, sondern auch die Vergabe der Corona-Krediten an Firmen, die unter der Corona-Krise leiden. Seit bald zwei Wochen stellen die Banken bekanntlich den KMU Covid-19-Kredite zur Verfügung, für die der Bund bürgt. Die Banken können sich für die Vergabe der Kredite bei der SNB refinanzieren.

Laut dem Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) wurden bis am letzten Donnerstag insgesamt 76’034 Covid-19-Kredite mit einem Volumen von rund 14,3 Milliarden Franken vergeben. Damit das Geld nicht ausgeht, hat der Bundesrat am Freitag den Verpflichtungskredit gar auf 40 Milliarden Franken verdoppelt. (awp/mc/ps)

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