SNB mit gewaltigen Kursverlusten konfrontiert

Eurokurs
(Bild: © Niffylux - www.niffylux.com)

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Zürich – Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat bis Ende 2014 einen Devisenberg von 495,1 Mrd CHF aufgetürmt. Die rechnerischen Kursverluste vom Donnerstag dürften den letztjährigen Rekordgewinn der SNB von 38 Mrd CHF übertreffen.

Nach über zwei Jahren ohne Interventionen hatte die SNB im Dezember wieder Devisen gekauft, um den Euro-Mindestkurs durchzusetzen. Die Fremdwährungsanlagen schwollen daraufhin allein im vergangenen Monat um 32,4 Mrd. Fr. an. Dazu trugen nicht nur Euro-Käufe, sondern vor allem auch Kursgewinne auf Dollar-Anlagen wegen der Erstarkung der US-Währung bei. Der Anteil der jeweiligen Währungen am Devisenbestand der SNB zum Jahresende wurde noch nicht offengelegt. Per Ende September waren 44,6% in Euro angelegt. Total waren es rund 174 Mrd Euro, was damals umgerechnet 210 Mrd CHF entsprach.

Einbusse auf den Euro-Anlagen von rund 30 Mrd Franken
Mit dem Fall des Euro von gut 1,20 auf 1,03 CHF am Donnerstag erleidet die SNB auf ihren Euro-Anlagen – als Momentaufnahme – einen Kursverlust von rund 14 Prozent. Gestützt auf die September-Bestände bedeutet dies eine vorläufige Einbusse auf den Euro-Anlagen um rund 30 Mrd CHF.

17 Mrd Franken auf Dollar-Anlagen verloren
Zusätzlich ist auch der Dollar wieder tief unter die Parität gesunken, welche die US-Währung kürzlich erreicht hat. Ende September verfügte die SNB über Dollar-Anlagen von 142 Mrd USD. Zum Wechselkurs von 88 Rappen gingen hier am Donnerstag innert Minuten weitere 17 Mrd CHF verloren. Dazu kommen auch grössere Verluste aus den Positionen in anderen Währungen, wie etwa auf dem japanischen Yen, dem britischen Pfund oder dem kanadischen Dollar, in welche die SNB ebenfalls relativ stark investiert ist.

Diese Einbussen dürften die anstehenden Diskussionen um die Ausschüttung an Bund und Kantone neu prägen. Allerdings geht SNB-Präsident Thomas Jordan davon aus, dass die Devisenmärkte in einer ersten Schockreaktion übertrieben haben und sich der Franken in nächster Zeit wieder abschwächen wird. (awp/mc/pg)

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